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Panorama Kosmetikunternehmer Yves Rocher in Paris gestorben
Nachrichten Panorama Kosmetikunternehmer Yves Rocher in Paris gestorben
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15:42 27.12.2009
Yves Rocher
Yves Rocher Quelle: afp
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Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy würdigte die Verdienste Yves Rochers als weltweit bekannter Großunternehmer, der seine Kosmetika allein auf pflanzlicher Basis herstellte, sowie als Politiker in seinem Heimatdorf in der Bretagne.

Die Unternehmenssprecherin machte keine Angaben zu den Todesumständen Rochers. Sarkozy würdigte das Lebenswerk des Bretonen. Dieser "große französisches Industrielle" habe es verstanden, "Schritt für Schritt" eine Unternehmensgruppe aufzubauen, die "im Dienste der Schönheit der Frau" stehe, hieß es in einer Erklärung des Elysée-Palasts. Frankreichs Staatschef nannte Rocher den "Erfinder der Kosmetik auf der Basis pflanzlicher Produkte und einen Pionier des Versandhandels".

Rocher wurde am 7. April 1930 in dem bretonischen Dorf La Gacilly im Nordwesten Frankreichs geboren. Die Erfolgsgeschichte des Unternehmers begann in den 50er Jahren, als der Sohn eines Markthändlers eine Salbe gegen Hämorrhoiden zusammenrührte und über Anzeigen in der Zeitschrift "Ici Paris" im Versand verkaufte. Das Rezept dazu hatte er von einer bretonischen Heilpraktikerin bekommen.

Im Jahr 1959 gründete Rocher schließlich das Kosmetikunternehmen, das seinen Namen trug und in den kommenden Jahrzehnten zu einer weltbekannten Marke wurde. Rocher setzte dabei von Beginn an auf pflanzliche Zutaten und lehnte künstliche Inhaltsstoffe ab. Nachdem er seine Produkte zunächst über den Versandhandel vertrieb, eröffnete Rocher 1969 sein erstes Geschäft.

Neben dem Wirtschaftsunternehmen widmete sich Rocher über Jahrzehnte in seiner bretonischen Heimat der Politik. In seinem Geburtsort La Gacilly hatte der Unternehmer von 1962 bis 2008 das Amt des Bürgermeisters inne. Zudem schuf mit seinem Konzern zahlreiche Arbeitsplätze in seiner strukturschwachen Heimatregion. Die Leitung des Naturkosmetikunternehmens übergab Rocher 1992 an seinen Sohn Didier. Er kehrte jedoch drei Jahre später an die Konzernspitze zurück, nachdem sein Sohn bei einem Waffenunfall an einem Schießstand ums Leben kam.

Heute ist das Unternehmen mit mehr als 15.000 Angestellten und rund zwei Milliarden Euro Umsatz jährlich in etwa 30 Ländern weltweit vertreten.

afp