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Panorama Lehrer zeichnen elfjährigen Autisten als „nervigsten Schüler“ aus
Nachrichten Panorama Lehrer zeichnen elfjährigen Autisten als „nervigsten Schüler“ aus
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19:43 06.06.2019
Blick in ein Klassenzimmer (Symbolfoto) Quelle: Peter Endig/dpa
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Gary

In vielen Schulen ist es üblich, dass die Schulgemeinschaft am Ende eines Schuljahres Preise an verschiedene Schüler vergibt. Ein Elfjähriger aus der Kleinstadt Gary im US-Bundesstaat Indiana hat von seinen Lehrern allerdings einen eher fragwürdigen Pokal bekommen.

Der Schüler wurde als „most annoying male“ (nervigster Junge) ausgezeichnet. Was den Titel in seinem Fall besonders geschmacklos macht: Der Elfjährige ist Autist und kann sich deshalb in manchen Situationen nicht wie andere Kinder verhalten. Mehrere US-Medien hatten über den Fall berichtet, unter anderem die New York Post.

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Vater wollte Preis nicht annehmen

„Wir waren überrumpelt. Das hatten wir einfach nicht erwartet“, sagt Rick Castejon, der Vater des Jungen. Zuerst hatte er den Pokal einfach nicht mit nach Hause nehmen wollen, aber eine Lehrerin habe darauf bestanden, dass sie die Trophäe mitnehmen. Offenbar hielt sie die Aktion für einen gelungenen Scherz.

Das sieht Castejon ganz anders. „Kein Lehrer oder Schulleiter sollte zulassen, dass so etwas einem Schüler passiert“, sagt er. Die Schule habe von dem Autismus bei seinem Sohn gewusst und in der Vergangenheit auch schon öfters deswegen bei ihm angerufen. Nur weil Autisten besondere Bedürfnisse hätten, würde das nicht bedeuten, dass sie keine Gefühle hätten, sagt Castejon.

Schule reagiert hinterher

Die Schule hat inzwischen reagiert und sich bei der Familie entschuldigt. Gegen alle an der Preisverleihung beteiligten Lehrer seien disziplinarische Maßnahmen eingeleitet worden. „Wir erkennen die möglichen Auswirkungen an, die eine solche Erfahrung auf das geistige Wohlbefinden, das Selbstwertgefühl und das allgemeine Wohlbefinden eines Kindes in einem zukünftigen Lernumfeld haben könnte“, sagt ein Krisenmanager des Schulbezirks.

Von RND