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Panorama Mehr als tausend Tote durch Erdbeben befürchtet
Nachrichten Panorama Mehr als tausend Tote durch Erdbeben befürchtet
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22:12 30.09.2009
In Indonesien werden mehr als tausend Tote befürchtet. Quelle: afp
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Vize-Präsident Jusuf Kalla sprach am Mittwoch zunächst von 75 Toten, die Behörden rechneten jedoch mit zahlreichen weiteren Opfern, da tausende Menschen unter Gebäudetrümmern vermutet wurden. Die Flutwelle im Pazifik tötete auf den Samoa-Inseln und Tonga mehr als 100 Menschen.

In der Großstadt Padang auf der indonesischen Insel Sumatra stürzten zahlreiche Häuser ein, darunter auch Krankenhäuser und Hotels. Bewohner rannten in Panik auf die Straßen, die Stromversorgung und Telefonverbindungen brachen zusammen. Am Flughafen von Padang stürzten Teile des Terminals ein, in der Küstenstadt brachen zudem mehrere Brände aus. Am Maninjau-See im Landesinneren löste das Beben einen Erdrutsch aus, wie ein Augenzeuge im Fernsehen sagte.

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Das Epizentrum des Bebens lag nur knapp 50 Kilometer nordwestlich von Padang. Die Erschütterung war auch in Jakarta, Singapur und Kuala Lumpur zu spüren. Ein Alarm des Tsunami-Warnzentrums für den Pazifik wurde nach kurzer Zeit wieder aufgehoben. Es gab Befürchtunen, das Beben könne auch Vulkanausbrüche zur Folge haben. In der Region liegen die drei Vulkane Merapi, Talang und Tandikat.

Im Pazifik hatten am Dienstag siebeneinhalb Meter hohe Flutwellen ganze Dörfer und Ferienanlagen weggespült, wie Augenzeugen berichteten. Der Tsunami riss nach Behördenangaben mindestens 113 Menschen in den Tod: 84 Tote wurden allein aus Samoa gemeldet, 22 aus dem benachbarten Amerikanisch-Samoa. Auf Tonga starben mindestens sieben Menschen. Dutzende weitere galten als vermisst. Die Behörden rechneten mit einem Anstieg der Opferzahlen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes wurden auf Samoa zwei Berliner leicht verletzt.

Die beliebtesten Ferienanlagen auf Samoa seien total zerstört, sagte Vize-Regierungschef Misa Telefoni der australischen Nachrichtenagentur AAP. Schon Minuten nach dem Tsunami-Alarm seien die Flutwellen über die Küstenregion hereingebrochen. Samoas Hauptstadt Apia wurde evakuiert.

Augenzeugen auf Amerikanisch-Samoa berichteten von ins Meer gespülten Autos und zerstörten Gebäuden. US-Präsident Barack Obama sprach den Opfern sein „tiefstes Mitgefühl“ aus und erklärte die Insel zum Katastrophengebiet. Die EU stellte dem Internationalen Roten Kreuz eine Soforthilfe von 150.000 Euro bereit.

Der Tsunami wurde laut der US-Erdbebenwarte von einem heftigen Seebeben der Stärke 8,0 ausgelöst, dessen Epizentrum rund 200 Kilometer südwestlich von Apia lag. Im Jahr 2004 waren bei einem Tsunami nach einem Seebeben vor Indonesien 200.000 Menschen ums Leben gekommen.

afp