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Panorama „Menschen flogen durch die Fenster“: So erlebten Insassen die Buskatastrophe
Nachrichten Panorama „Menschen flogen durch die Fenster“: So erlebten Insassen die Buskatastrophe
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18:54 18.04.2019
Ein Fahrzeug schleppt den zerstörten Unglücksbus ab. Quelle: Uncredited/SIC/AP/dpa
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Funchal

Es sind Bilder, die sie nie vergessen werden. 29 Menschen sind bei der Buskatastrophe auf Madeira ums Leben gekommen, 27 überlebten zum Teil schwer verletzt. Im portugiesischen Fernsehen schildern Insassen des Busses die Momente des Schreckens.

Der Unfall habe sich „Sekunden“ nach Abfahrt des Busses ereignet, sagte eine deutsche Überlebende laut „n-tv“ dem portugiesischen Fernsehsender TVI. Die Menschen seien „durch die Fenster geflogen“.

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„Der Bus wurde schneller und schneller

Ein Mann, der die Katastrophe ebenfalls überlebte, sagte dem portugiesischem Privatsender SIC: „Der Bus fuhr von unserem Hotel los und nach ein paar Sekunden wurde der Bus immer schneller. Er krachte gegen eine Mauer und plötzlich dachten wir: Das Ganze gerät hier außer Kontrolle. Der Bus wurde schneller und schneller.“

Auf der portugiesischen Atlantik-Insel Madeira ist es zu einem schweren Busunglück gekommen, bei dem mindestens 29 Menschen ums Leben gekommen sind.

Seine Ehefrau erzählte: „Wir haben dann so reagiert, wie man es bei Notlandungen im Flugzeug machen soll. Wir haben uns zusammengekauert wie Babys und das war unser Glück.“ Das schwerere Unglück hätten sie einigermaßen heil überstanden: „Mir geht es soweit gut, ich habe nur etwas Schmerzen im Nacken und mein Mann hat sich eine Rippe gebrochen. Aber das ist nicht so schlimm – wir leben, wir sind zusammen. Viele andere haben ihre Frau oder ihren Mann verloren. Viele wissen nicht einmal, ob die Ehefrau oder der Ehemann noch lebt.“

Mehr zum Thema: Katastrophenfall: So reagiert das THW bei einem Unglück wie auf Madeira

„Man kann nichts tun, man kann nur weinen“

Auch Augenzeugen hat das Unglück schwer mitgenommen. Es sei eine „ohrenbetäubende Stille“ eingetreten, „ein Schrei aus Stille, wie in einem Schockzustand“, sagte Rita Castro, die das Geschehen nach eigenen Angaben aus der Nähe beobachtet hatte, im portugiesischen Fernsehen. Der Fahrer habe zuvor mit allen Mitteln versucht, den Unfall noch zu verhindern und den Reisebus zum Stehen zu bringen, was ihm aber nicht gelungen sei.

Eine andere Augenzeugin sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Bus sei „relativ langsam“ unterwegs gewesen, dann habe es einen lauten Knall gegeben. „Innerhalb von zehn Minuten waren Krankenwagen vor Ort“, sagt die Frau und fügt tief betroffen hinzu: „Man kann nichts tun, man kann nur weinen“.

Von RND/seb/dpa