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Panorama Missbrauchsfälle: Papst erneut in den Schlagzeilen
Nachrichten Panorama Missbrauchsfälle: Papst erneut in den Schlagzeilen
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09:18 10.04.2010
Papst Benedikt XVI.
Papst Benedikt XVI. Quelle: ap
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Im Zusammenhang mit den Kindesmissbrauchsfällen in der Katholischen Kirche kommt auch Papst Benedikt XVI. nicht aus den Schlagzeilen. Wie die „New York Times“ in der Nacht zum Sonnabend online berichtete, habe sich der damalige Kardinal Joseph Ratzinger 1985 als Präfekt der Glaubenskongregation gegen eine rasche Entlassung des pädophilen Geistlichen Stephen Kiesle aus Kalifornien aus dem Priesteramt ausgesprochen. Vier Jahre, nachdem Kiesle selbst zusammen mit dem damaligen Bischof von Oakland, John Cummins, erstmals im Vatikan um Entlassung gebeten hatte, sei ihnen in einem von Ratzinger unterzeichneten Schreiben mitgeteilt worden, dass in dem Fall mehr Zeit benötigt werde und für eine Entscheidung das Wohl der gesamten Kirche mit in Betracht gezogen werden müsse.

Wie die Zeitung unter Berufung auf Dokumente, die ihr vom Anwalt eines der Opfer Kiesles überlassen wurden, berichtete, hatte Cummins in einem Brief an Ratzinger 1982 ein weiteres Mal um die Entlassung Kiesles gebeten. „Ich bin davon überzeugt, dass es keinen Skandal geben wird, wenn dem Antrag stattgegeben wird, und dass es tatsächlich - aufgrund der Natur der Sache - einen größeren Skandal für die Gemeinde geben könnte, wenn es Vater Kiesle erlaubt würde, ins aktive Priesteramt zurückzukehren“, zitierte die „New York Times“ aus dem Schreiben.

Erstmals habe Cummins 1981 im Vatikan die Entlassung Kiesles beantragt, heißt es in dem Bericht weiter. Er habe sich auch direkt an den damaligen Papst Johannes Paul II. gewandt. Kardinal Ratzinger habe dann um weitere Informationen gebeten, die ihm die Diözese Oakland im Februar 1982 auch zugesandt habe. Erst drei Jahre später habe sich Ratzinger dann wieder gemeldet und in dem besagten Schreiben um mehr Zeit gebeten. Außerdem habe er auf das noch junge Alter des Priesters verwiesen. Kiesle war zu diesem Zeitpunkt 38.

Kiesle war 1978, sechs Jahre nach seiner Priesterweihe, erstmals wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden. Nach Angaben der Diözese Oakland durfte er nach seiner Verurteilung zunächst nicht mehr als Seelsorger arbeiten. Außerdem habe er sich in Behandlung begeben. 1985 habe er dann aber ehrenamtlich wieder im Jugendgottesdienst einer seiner alten Gemeinden gearbeitet. Erst 1987 sei er dann schließlich aus dem Priesteramt entlassen worden.

dpa

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