Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Mobbing – Wir müssen die großen Ängste der Allerkleinsten endlich ernstnehmen
Nachrichten Panorama Mobbing – Wir müssen die großen Ängste der Allerkleinsten endlich ernstnehmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:11 03.02.2019
Kerzen leuchten während einer Mahnwache vor einer Grundschule im Bezirk Reinickendorf, an der sich eine elfjährige Schülerin umgebracht haben soll. Quelle: dpa
Berlin

Entsetzen, Wut, Hilflosigkeit – es gibt viele Möglichkeiten, auf den Tod einer Grundschülerin im Berliner Bezirk Reinickendorf zu reagieren. Bei einer Mahnwache an diesem Wochenende waren sie alle zu besichtigen. Selbst Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller meldete sich zu Wort, forderte Aufklärung. Die ist zweifellos nötig, denn viele Fragen sind offen. Ein Verdacht allerdings erhärtet sich immer mehr: Das elfjährige Mädchen hat sich selbst getötet – nach allem, was man weiß, weil es das Mobbing an seiner Schule nicht mehr ertrug.

Der Fall schockiert, weil es um eine Grundschule geht, und weil das Mädchen noch so unfassbar jung war. Selbsttötungen von Teenagern kommen häufiger vor, oft mischen sich da viele Motive. Aber ein Kind, das sich schon vor der Pubertät das Leben nimmt? So etwas war bislang außerhalb unserer Vorstellungskraft.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf ein Problem, das viel zu selten thematisiert wird. Mobbing? Bildungspolitiker reden lieber über Digitalisierung in den Schulen, über schnelles Internet und Laptops. Viel zu kurz kommen indessen die großen Ängste der Allerkleinsten.

Mobbing kann sein, besonders wenn es bereits in der Grundschule beginnt. Doch gerade in den ersten Klassen werden verdächtige Vorfälle aller Art allzu oft achselzuckend heruntergespielt mit Sätzen wie „Kinder können grausam sein“.

Wer Mobbingprobleme kleinredet, macht sie größer

Beschwichtigungen dieser Art sind riskant. Wer Mobbingprobleme kleinredet oder totschweigt, lässt sie nicht verschwinden, sondern macht sie größer. Die Verantwortlichen der Berliner Grundschule müssen die Frage beantworten, warum sie auf Warnungen und Mahnungen nicht reagiert haben. Und es steht zu befürchten, dass es an anderen Bildungseinrichtungen nicht besser aussieht. Aus Sorge um ihren Ruf haben Schulen meist kein Interesse daran, Mobbing-Probleme breit zu diskutieren.

Dabei wäre ein offener und geradliniger Umgang mit dem Problem ein erster wichtiger und unerlässlicher Schritt. Hinzu kommt: Nur wenn Schulen ihrerseits auf die Politik Druck machen, wird sich auch die Bildungspolitik bewegen und die notwendigen Mittel für Gesprächsangebote, Sozialarbeiter oder kleinere Klassengrößen bereitstellen.

Schulen und Lehrer allein, auch das gehört zur Wahrheit, sind weitgehend machtlos. In zu großen Klassen haben Lehrer kaum eine Chance, mitzubekommen, was die Schüler während des Unterrichts untereinander treiben. Von den Pausen oder den Nachmittagen ganz zu schweigen. Deshalb sind auch die Eltern in der Pflicht. Auch sie müssen wachsamer und sensibler werden als bisher. Nichts wird besser durch eine Kultur des Wegsehens.

Haben Sie Suizidgedanken? Dann wenden Sie sich bitte an folgende Rufnummern:

(Telefon-Hotline (kostenfrei, 24 h), auch Auskunft über lokale Hilfsdienste:

0800/111 0 111 (ev.)

0800/111 0 222 (rk.)

0800/111 0 333 (für Kinder / Jugendliche)

E-Mail: unter www.telefonseelsorge.de

Von Andreas Niesmann

Während der Südwesten Australiens von Dürre heimgesucht wird, herrschen im Nordosten heftige Überschwemmungen. Zahlreiche Dörfer wurden evakuiert. Besonders betroffen ist die Gegend um das Great Barrier Reef.

03.02.2019

Schnee bis ins Flachland hat in Sachsen den Verkehr schwer gestört. Am Flughafen Dresden ging ab dem Nachmittag nichts mehr. Auch in anderen Teilen Deutschlands herrschte erneut Schneechaos

03.02.2019

Ein Paar ist auf der Rückreise von Polen nach Nordrhein-Westfalen. An einer Raststätte bei Werder bemerkt der Mann, dass seine Frau tot ist. Vermutlich verstarb sie aufgrund einer schweren Krankheit im Schlaf, ohne, dass der Mann es bemerkt hatte.

03.02.2019