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Panorama Mörder von Adelina wird weiter gesucht
Nachrichten Panorama Mörder von Adelina wird weiter gesucht
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11:12 03.10.2011
Kriminaltechniker und Beamte der Spurensicherung von der Bremer Polizei in einem Wäldchen bei Leeste (Kreis Diepholz).
Bremen

Es ist ein sonniger Spätsommertag, als eine Pilzsammlerin in einem Wald in der Nähe von Leeste bei Bremen eine grausige Entdeckung macht: In einem Plastiksack findet sie am 7. Oktober 2001 eine Kinderleiche. Es ist die seit Ende Juni gesuchte zehn Jahre alte Adelina. Am 28. Juni verschwindet das Mädchen auf dem Heimweg von ihrem Urgroßvater zur nur 150 Meter entfernten Wohnung. Trotz umfangreicher Ermittlungen gibt es keine Hinweise, was mit dem kleinen Mädchen mit den lustigen Rattenschwänzen passiert sein könnte.

„Das war eine Geschichte, die Bremen elektrisiert hatte“, erinnert sich Dirk Siemering, damals Leiter der Vermisstenstelle. Immer wieder versuchen die Ermittler, eine Spur zu finden: „Wir haben damals auch Neuland in der Ermittlungsarbeit betreten.“ Große Plakataktionen und Luftbilder, aufgenommen von Tornado-Flugzeugen der Luftwaffe, Berichte in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ und Aufrufe im Internet. „Noch nie gab es so viele Hinweise aus der Bevölkerung“, sagt Siemering. „Doch das Mädchen blieb wie von Erdboden verschluckt.“

Einen ersten Durchbruch bei der Suche nach dem Täter glaubt die Soko „Adelina“ Mitte Juli 2001 erzielt zu haben. Gegen den Stiefvater des Mädchens wird Haftbefehl erlassen. Kurze Zeit später wird der 31-Jährige wieder freigelassen. Der Verdacht habe nicht erhärtet werden können, hieß es damals.

„Alles deutete auf eine Sexualstraftat hin"

Neue Hoffnung schöpfen die Ermittler nach dem Fund der Leiche. „Alles deutete auf eine Sexualstraftat hin“, sagt Siemering. Doch ein Abgleich mit einschlägig Vorbestraften bringt keine Ergebnisse. 2005 gerät der zweifache Kindermörder Marc Hoffmann ins Visier der Ermittler. Hoffmann wird als Mörder der acht Jahre alten Levke in Cuxhaven und des gleichaltrigen Felix aus Neu Ebersdorf (Kreis Rotenburg/Wümme) überführt und Ende Oktober des Jahres zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Doch nachweisen können die Ermittler dem Mann die Tat nicht. Oberstaatsanwalt Uwe Picard, in Bremen Experte für ungelöste Mordfälle, ist sich nicht sicher, ob er es war. Als Mörder von Adelina kommt für Picard und Siemering auch der im Frühjahr als mutmaßlicher mehrfacher Kindermörder verhaftete Martin N. nicht infrage, gegen den am 10. Oktober im Landgericht Stade der Prozess beginnt. Laut Anklage tötete er zwischen 1992 und 2001 drei Jungen im Alter von 13, 9 und 8 Jahren. Eines seiner Opfer ist Dennis aus Osterholz-Scharmbeck. Dessen Leiche wird gut zwei Wochen vor der toten Adelina am 19. September 2001 in Kirchtimke im Kreis Rotenburg gefunden.

„Adelina lässt einen nicht mehr los. Die Geschichte wird immer präsent bleiben“, sagt Siemering. Die Suche nach dem Mörder sei längst nicht vorbei, betont Picard. „Wir bleiben dran.“ Der Täter solle sich nicht in Sicherheit wiegen, es gebe immer wieder neue Methoden in der Kriminaltechnik.

dpa/kas

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