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Panorama Mordprozess: Mann schüttete brennenden Spiritus auf Behördenmitarbeiter
Nachrichten Panorama Mordprozess: Mann schüttete brennenden Spiritus auf Behördenmitarbeiter
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07:02 20.03.2019
Der Angeklagte sollte in eine Klinik gebracht werden. Quelle: Thomas Frey/dpa
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Hamburg

Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Brandanschlag auf Behördenmitarbeiter in Hamburg-Eißendorf beginnt am Mittwoch der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29-Jährigen Mord, versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und schwere Brandstiftung vor.

Er soll am 24. September vergangenen Jahres zwei Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes und seinen Betreuer angegriffen haben, als diese ihn aus seiner Wohnung in eine psychiatrische Einrichtung bringen wollten.

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Brandanschlag mit brennenden Spiritus

Der Angeklagte hatte sich den Angaben zufolge in einem Zimmer eingeschlossen. Als einer der Behördenmitarbeiter die Zimmertür eintrat, soll der 29-Jährige brennenden Spiritus auf den 50-Jährigen und dessen Kollegen geschüttet haben. Die Kleidung beider Mitarbeiter geriet in Brand. Durch die Druckwelle der Verpuffung wurde der Betreuer ins Wohnzimmer geschleudert.

Der 50-Jährige konnte noch ins Freie flüchten, starb aber vor dem Haus. Sein damals 59 Jahre alter Kollege überlebte die Tat mit schwersten Verletzungen. Der mutmaßliche Täter sprang nach Angaben der Polizei aus dem Küchenfenster der brennenden Wohnung im dritten Obergeschoss und erlitt ebenfalls schwerste Verletzungen. Der damals 58-jährige Betreuer kam mit leichten Blessuren davon.

Gefängnisaufenthalt ist unwahrscheinlich

Wenige Tage vor der Attacke hatte eine Richterin den Angeklagten in seiner Wohnung aufgesucht und angehört, weil er auf Antrag des Betreuers in eine Klinik eingewiesen werden sollte. Dabei habe sie keine Anzeichen für eine Gefahr bemerkt, sagte ein Gerichtssprecher.

Grundlage für den Antrag des Betreuers war eine befürchtete Eigengefährdung. Die Staatsanwaltschaft geht nach Angaben des Sprechers von einer erheblich eingeschränkten Schuldfähigkeit des Angeklagten aus. Sollte das Gericht die Schuldunfähigkeit feststellen, könnte er auf Dauer in einer Klinik untergebracht werden.

Von RND/dpa