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Panorama Mutmaßliche Poker-Räuber in Haft - Beute weg
Nachrichten Panorama Mutmaßliche Poker-Räuber in Haft - Beute weg
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17:10 21.03.2010
Knapp zwei Wochen nach dem Raubüberfall auf das größte deutsche Pokerturnier sind alle vier Täter gefasst worden.
Knapp zwei Wochen nach dem Raubüberfall auf das größte deutsche Pokerturnier sind alle vier Täter gefasst worden. Quelle: dpa
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Ein 19-Jähriger hatte sich in den Libanon, ein 20-Jähriger in die Türkei abgesetzt. Sie landeten nun unabhängig voneinander innerhalb weniger Stunden in der Hauptstadt und stellten sich den Fahndern. Noch auf dem Flughafen klickten die Handschellen. Doch geklärt ist der Fall noch nicht ganz. Die Beute von 242.000 Euro sei „nach wie vor nicht da“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Sonntag der dpa. Polizei und Justiz zeigten sich „absolut zufrieden“ mit den schnellen Festnahmen.

Das räuberische Quartett hatte bei dem Überfall am 6. März im Hyatt-Hotel am Potsdamer Platz das Geld zusammengerafft und war geflüchtet. Das Geld sollen die 19 bis 21 Jahre alten Männer unter sich aufgeteilt haben. Auch in den Vernehmungen der am Sonnabend festgenommenen Verdächtigen sei der Verbleib der Beute unklar geblieben, so der Staatsanwalts-Sprecher. Ein 21-Jähriger hatte aber angekündigt, seinen Teil der Beute zurückzugeben.

Der Mann hatte sich als erster am vergangenen Montag in Berlin gestellt. Nach „intensiven Befragungen“ verriet er seine Komplizen, nach denen dann mit Fotos, Namen und Haftbefehl gesucht wurde. Am Mittwoch wurde der zweite Verdächtige ebenfalls noch in der Stadt festgenommen. Der 20-Jährige war eher zufällig von einer Zivilstreife kontrolliert worden und ließ sich widerstandslos abführen. Die mutmaßlichen Räuber Nummer drei und vier waren ins Ausland geflüchtet.

Am Sonnabend ging es dann aber Schlag auf Schlag. Gegen 11.00 Uhr kam ein 20-Jähriger mit einer Maschine aus Istanbul zurück. Er stellte sich nach seiner Landung, wurde festgenommen und zur Vernehmung gebracht. Acht Stunden später, gegen 19.00 Uhr, wurde ein 19-Jähriger als letzter Verdächtiger der Viererbande ebenfalls in Tegel gefasst. Er war in einem Flugzeug aus Beirut zurückgekehrt. Die Anwälte der beiden Geflüchteten hatten der Polizei vorher signalisiert, dass die Männer aufgeben wollen, wie Polizeisprecher Frank Millert sagte. Nach den Verdächtigen war international gefahndet worden. Bei dem Überfall hatten die Poker-Räuber in dem Luxushotel jede Menge Spuren hinterlassen und wurden auch von Überwachungskameras gefilmt. Die Männer türkischer und arabischer Herkunft waren der Polizei schon vorher aufgefallen. Sie standen bereits wegen Diebstählen oder Raubüberfällen vor Gericht. Sie sitzen nun getrennt voneinander im deutschlandweit größten Untersuchungsgefängnis für Männer in Berlin-Moabit.

Nach der Festnahme der vier mutmaßlichen Räuber vom Poker-Turnier am Potsdamer Platz in Berlin suchen die Ermittler nach möglichen Mittätern. Das sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage am Sonntag. Mehr wollte er zu Spekulationen über eventuelle Auftraggeber für den Coup nicht sagen. „Die Ermittlungen erstrecken sich auf mögliche Tatbeiträge weiterer Personen“, sagte Martin Steltner. Mehr könne er vorerst nicht sagen.

Wie die „Berliner Morgenpost“ (Sonntag) unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, soll hinter dem Überfall eine arabische Familie stehen. Informationen, wonach wesentliche Tipps zur Identität der Poker-Räuber von einer weiteren arabischen Familie stammten, wollte die Polizei dem Bericht zufolge nicht bestätigen. Bekannt sei, dass sich beide Familien seit Jahren feindlich gegenüberstünden. Dabei gehe es unter anderem um Drogenhandel und andere Bereiche der organisierten Kriminalität.

dpa