Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Neue Beweismittel im Fall des Göhrde-Mörders aufgetaucht
Nachrichten Panorama Neue Beweismittel im Fall des Göhrde-Mörders aufgetaucht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:33 18.10.2018
 Zwei Schusswaffen, Munition und ein Führerschein lagerten jahrelang in einem Plastikkoffer auf einem Dachboden. Quelle: Landeszeitung/ca
Anzeige
Lüneburg

Führt das auf einem Dachboden aufgetauchte Vermächtnis des Görhde-Mörders Kurt-Werner Wichmann zu neuen Erkenntnissen? Wie die „Landeszeitung“ berichtet, hatte Gebrauchtwagenhändler Michael Volkert einen blaugrauen Plastikkoffer des mutmaßlichen Serienmörders in seiner Werkstatt eingelagert. Über Jahre hatte er den Koffer vergessen. Nach einem Artikel der „LZ“ vom Wochenende erinnerte sich Volkert wieder daran und brachte den Koffer in die Redaktion.

Zwei Schusswaffen, Munition und der 1975 in Karlsruhe ausgestellte Führerschein von Kurt-Werner Wichmann schlummerten jahrelang in dem Koffer über der Werkstatt von Volkert. Die Beweismittel werden derzeit von der Polizei untersucht.

Anzeige

Neuer Partner von Wichmanns Witwe brachte Waffen aus dem Haus

Doch wie kam der Gebrauchtwagenhändler in den Besitz der möglichen Tatwaffen des Göhrde-Mörders, der im Sommer 1989 mindestens drei Frauen und zwei Männer getötet haben soll? 1993 nahm sich der mutmaßliche Serienmörder in seiner Zelle das Leben. Der neue Partner von Wichmanns Witwe, Hans Rudloff, zog in das Haus des ehemaligen Friedhofsgärtners, der auf seinem Grundstück die Leiche von Birgit M. eingemauert hatte. Sie war die Schwester des früheren Hamburger Vize-Polizeipräsidenten Wolfgang Sielaff. Als Pensionär hatte er mit einer hochkarätigen privaten Ermittlergruppe den Fall wieder aufgerollt.

Vor fünf Jahren tauchte Ermittler Sielaff bei Rudloff auf, um sich in dem Haus umzusehen. Laut der „Landeszeitung“ sei Rudloff kurz darauf mit dem Koffer bei seinem Freund, dem Gebrauchtwagenhändler Volkert, aufgetaucht. „Vor fünf Jahren stand Hannes bei mir“, erinnert sich Volkert. „Er hat mich gebeten, die Sachen einzulagern. In den Koffer sollte ich nicht reinsehen. Als ich gefragt habe, warum, hat er gesagt: ‚Mach‘s einfach.‘“ Laut „LZ“ hielt sich Volkert daran – bis Sonntag.

Hat Wichmann auch in Karlsruhe gemordet?

Nicht nur die Schusswaffen sind wichtige Beweismittel im Fall des Göhrde-Mörders. Der in Karlsruhe ausgestellte Führerschein könnte weitere ungeklärte Morde mit Wichmann in Verbindung bringen. Denn auch dort soll es Tötungsdelikte geben, die ins Raster von Wichmann passen

Führen die neuen Spuren zum möglichen Komplizen?

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der Göhrde-Mörder mutmaßlich einen Komplizen aus der Region hatte. „Er läuft vermutlich noch frei herum“, sagte Polizeisprecher Mathias Fossenberger Ende letzten Jahres der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass er noch gefährlich ist.“ Nach von der Polizei unbestätigten Informationen der „HAZ“ könnte es sich um den zehn Jahre jüngeren Bruder von Kurt-Werner Wichmann handeln. Vielleicht bringen die neuen Spuren den entscheidenden Hinweis.

Von RND/mat