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Panorama Niedersachsens Hasen geht es gut
Nachrichten Panorama Niedersachsens Hasen geht es gut
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21:10 29.03.2010
Von Klaus von der Brelie
Braucht Feld, Wald und Wiesen: Der Hase. Quelle: dpa
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In manchen Regionen gilt der Hase als bedrohte Art, besonders dort, wo es an Feldern, Wäldern und Wiesen fehlt. Doch in Niedersachsen haben Wildbiologen und Jäger gute Nachricht parat: Den hiesigen Hasen geht es gut.

„Trotz des strengen Winters“, sagt Jägerpräsident Helmut Dammann-Tamke, „sind die Zahlen stabil geblieben.“ Wer für die kommenden Feiertage einen Spaziergang in der Natur plane, habe durchaus Chancen, ein paar Langohren zu sehen. Wenn die Dämmerung einsetzt, werden die meisten Hasen munter. Im Raum Peine, beiderseits der Autobahn 2, scheinen sich die Feldhasen besonders wohl zu fühlen. Jedenfalls hat Egbert Strauß vom Institut für Wildbiologie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover hier auffallend viele Hasen beobachtet. Ähnlich groß ist das Vorkommen unter den Obstbäumen im Alten Land wie auch in Ostfriesland, an der Ems und im Oldenburger Münsterland.

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In Niedersachsen ist der Feldhase daher in die Weiße Liste jener Arten aufgenommen worden, deren Bestand sich nach starker Gefährdung wieder erholt hat. Bundesweit gilt Lepus europaeus indes noch als bedroht. Auch in der Wesermarsch wurden im vorigen Jahr verdächtig wenig Hasen gesichtet. Doch die Biologen wissen: Populationsschwankungen, auch wenn sie hier oder da mal etwas heftiger ausfallen, sind normal. Aktuell tummeln sich im Landesdurchschnitt etwa 14 Feldhasen auf einem Quadratkilometer Jagdfläche. Alles in allem wären das mindestens 580 000 Feldhasen. In den wichtigsten Hasenhochburgen hat Wildbiologe Strauß 25 Hasen pro Quadratkilometer gezählt.

Und es könnten künftig noch mehr werden: Die Hasen gelten als fortpflanzungsfreudig. Wie ausgeprägt ihr Trieb ist, lässt sich in diesen Tagen gut beobachten: Die Jäger sprechen von „Hochzeitstänzen“, wenn die Rammler den Häsinnen stundenlang nachlaufen, um einen Liebesbeweis zu erheischen. Doch die Häsinnen sind wählerisch – und den Männchen körperlich überlegen. Deshalb kann es vorkommen, dass sie sich vor unerwünschten Verfolgern auf die Hinterläufe stellen und ihnen mit den Vorderpfoten ein paar Hiebe auf die Löffel geben. Aber wenn es der Häsin passt, kommt es zur Paarung – und nach weiteren 42 bis 44 Tagen zur Geburt von zwei bis vier Junghasen. Drei- bis viermal in jedem Jahr gibt es Nachwuchs bei den Hasen. Aber längst nicht alle Jungtiere überleben. Schon im 18. Jahrhundert reimte der Oberforstmeister Ludwig von Wildungen: „Menschen, Hunde, Wölfe, Lüchse / Katzen, Marder, Wiesel, Füchse / Adler, Uhu, Raben, Krähen / jeder Habicht, den wir sehen / Elstern auch nicht zu vergessen / alles, alles will ihn fressen.“