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Panorama Nina Hagen auf Kirchentag in Dresden erwartet
Nachrichten Panorama Nina Hagen auf Kirchentag in Dresden erwartet
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21:34 29.05.2011
Sächseln tut mir gut. Sagt Nina Hagen. Die Punk-Rock-Queen hat nach langer Suche vor zwei Jahren ihre neue religiöse Heimat im Christentum gefunden. Am 3. Juni wird sie auf dem Kirchentag in Dresden zur langen Gospelnacht erwartet Quelle: dpa
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Während in Dresden aufgebaut wird, wird im Sauerland schon gepackt. Jutta Pape hat alles zurechtgelegt für die große Reise in den Osten. Ihr Ziel: Die 33. Jahresfeier der evangelischen Christen Deutschlands, die am Mittwoch am Dresdener Königsufer eingeläutet wird. Das 650-seitige Kirchentags-Programmheft ist Jutta Papes Bibel für diese Woche. Mit ihr kommen ihr Mann Markus, Pfarrer der evangelischen Gemeinde Marsberg-Bredelar, und ihr ältester Sohn Till. Die beiden jüngeren bleiben bei der Oma. „Wir kommen eigentlich aus der evangelischen Diaspora“, sagt die Pfarrersfrau, „unsere Ecke vom Sauerland ist eher katholisch.“ In Dresden sind sie nächstes Wochenende mittendrin.

Drei Papes multipliziert mit 30 000, plus etliche Jugendgruppen aus der ganzen Republik, ergibt in etwa das, was die Kirchentagsveranstalter in Dresden erwarten. In der vergangenen Woche sprossen auf den Elbwiesen die Festzelte. Inzwischen ist das Meiste aufgebaut. Fleißige Ehrenamtliche schleppten schon die Getränke in die Verpflegungspunkte. Saft und Brause für 100.000 Menschen. Wie Landesbischof Jochen Bohl vorab erklärte, soll der 33. Kirchentag komplett mit 0,0 Promille auskommen. Dresdens Gastronomen finden die Idee gut, denn wer etwas trinken will, muss dann zu ihnen kommen.

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Mutter Pape hat schon 2010 in München mitgefeiert, davor in Köln und in Stuttgart. Und dieses Jahr Dresden. Anfang 2007 waren Jutta Pape und ihr Mann schon mal hier. „Da hat gerade der Orkan Kyrill getobt in Sachsen“, erzählt sie, „aber es waren trotzdem ein paar schöne Tage.“ Diesmal wird es wohl gemütlicher. Die drei haben ein Gastquartier vor den Toren Dresdens bekommen, bei einer netten Familie in Pinkowitz. Von dort aus geht es fünf Tage lang auf den Kirchentags-Boulevard, wo es von Mittwoch bis Sonntag alles geben soll, was Spaß macht und irgendwie mit Glauben zu tun hat. Gottesdienste, Lesungen, klassische Konzerte, Popkonzerte. Der Kirchentagsbesucher kann auf Tuchfühlung gehen mit prominenten Hirten wie Margot Käßmann und Joachim Gauck, kann aber auch Skurriles erleben wie einen Blaulichtgottesdienst mit dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) in der Dresdener Feuerwache II. Oder er kann zusammen mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) im Staatsschauspiel Bibeltexte auswerten.

Drei Tage vor Beginn des Kirchentags ist fast jede verfügbare Matratze in Dresden verplant. Ein paar freie Hotelzimmer gibt es noch, die Privat- und Gemeinschaftsquartiere zwischen Riesa und Bad Schandau, zwischen Freiberg und Kamenz sind aber längst ausgebucht.

Wenn Papes aus Marsberg-Bredelar nach fünf Tagen Rummel noch Zeit bleibt, wollen sie sich auch noch die Stadt ansehen. Aber selbst wer sich ausschließlich ans Programmheft hält, kommt ordentlich rum in der Landeshauptstadt. Damit das beim autofreien Kirchentag besser funktioniert, haben viele Sachsen ihre alten Fahrräder für die Gäste zur Verfügung gestellt. Zudem arbeitet eine Projektgruppe daran, den Kirchentag absolut barrierefrei zu gestalten. Es gibt einen Ruhebereich mit Liegen und Betten und einen Leih-Service für Rollstühle und Rollatoren.

Pfarrer Papes Familie kommt mit dem Reisebus. Mittwoch früh fährt der im Sauerland los, damit auch bei Stau alle pünktlich um halb sechs am Abend beim Einführungsgottesdienst am Königsufer sitzen.

Christine Keilholz