Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Nora Tschirners „Embrace“ kritisiert falsche Körperideale
Nachrichten Panorama Nora Tschirners „Embrace“ kritisiert falsche Körperideale
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:35 10.05.2017
Nora Tschirners Film „Embrace“ wird nur am 11. Mai in den Kinos gezeigt und erscheint danach auf DVD. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Für ihren Film „Embrace“ hat Schauspielerin Nora Tschirner (35) die australische Fotografin Taryn Brumfitt als Produzentin unterstützt. Die Dokumentation wirft einen kritischen Blick auf falsche Schönheitsideale. „Das Thema beschäftigt mich schon ewig“, so Tschirner in der „Brigitte“.

In dem Film, der am 11. Mai ins Kino kommt und anschließend auf DVD erscheint, sprechen Protagonistinnen aus aller Welt darüber, welche Folgen Erziehung und Selbst-Optimierungswahn haben können. „Frauen, die ich schon aus der Schule kenne, die ein riesiges Potenzial und der Welt etwas zu sagen haben, hadern, zum Beispiel seit sie Mütter geworden sind, wahnsinnig mit ihrem Körper. Das habe ich nicht so richtig verstanden und dachte, da muss man ran und klären, woher das kommt“, sagt Tschirner.

Anzeige

Kritisch sieht sie vor allem soziale Netzwerke. In ihrer Jugend in Ost- und Westdeutschland sei Eitelkeit noch verpönt gewesen, aber in Zeiten von Instagram, „diesem Paradies für Narzissten“, fänden die Leute den Hang zur Selbstdarstellung völlig normal und manifestierten den Hang zur Optimierung immer weiter.

Kein Training mehr für Nacktszenen

Tschirner selbst würde ihren eigenen Körper heute nicht mehr nur für Nacktszenen zur Topform trainieren. Das sei früher anders gewesen, sagte die Schauspielerin im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Das Training wurde für mich damals aber zu einer totalen Obsession. Ich hatte das Gefühl, ich werde bescheuert davon“, sagte Tschirner. Sie habe seit fünf Jahren nicht mehr auf einer Waage gestanden. Zudem sprach sie sich für mehr dicke Schauspieler in Kinofilmen aus: „Wir brauchen insgesamt viel mehr Diversität und unterschiedliche Bilder von Körpern und Menschen um uns herum.“

Wie die Hauptprotagonistin Taryn Brumfitt hat auch Tschirner bereits Erfahrungen mit hämischen Bemerkungen zu ihrer Figur gemacht. „Wir verstehen nicht, dass du es nötig hattest, dich in dem Film auszuziehen und, ehrlich gesagt, hättest du es auch lieber gelassen“, habe sie als Reaktion auf eine Unterwäschen-Szene in dem Film „Keinohrhasen“ mit Til Schweiger zu hören bekommen.

Von RND/anzi

10.05.2017
09.05.2017
09.05.2017