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Panorama Paar nach Aussetzung von Kindern gefunden
Nachrichten Panorama Paar nach Aussetzung von Kindern gefunden
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17:25 23.04.2009
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Gegen den Mann war bereits seit seiner Flucht aus einem Gefängnis in Bielefeld Anfang April gefahndet worden. Jugendamtsmitarbeiter aus dem sauerländischen Olpe reisten indes nach Italien, um die Kinder in ihre Heimat zurückzuholen.

Die Polizei fand die 26-Jährige aus Finnentrop im Kreis Olpe und ihren 24-jähriger Begleiter im Wald von Brissogne nahe Aosta, wie ein Sprecher sagte. Das Pärchen sei „wohlauf“. Weitere Einzelheiten nannte er zunächst nicht. Die italienischen Behörden informierten auch die mit dem Fall befasste Staatsanwaltschaft in Siegen. Er habe eine entsprechende Mitteilung bekommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Nun lasse sich die Auslieferung beantragen, aber darüber entscheide sein zuständiger Kollege.

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Das Pärchen hatte am Sonntagabend in einem Restaurant in Aosta Pizza für sich und die drei kleinen Kinder bestellt und war kurz darauf verschwunden. Das Jugendamt des Landkreises Olpe bekam daraufhin das Sorgerecht für die zurückgelassenen Kinder übertragen. Zwei Amtsmitarbeiter brachen einem Kreissprecher zufolge am Donnerstagmorgen nach Italien auf, um das vierjährige Mädchen und seine sechs Jahre und acht Monate alten Brüder abzuholen. Parallel prüft das Amt unter anderem eine mögliche Unterbringung bei den Großeltern.

Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst befürchtet, die verschwundene 26-Jährige und ihr Freund könnten eine „Kurzschlusshandlung“ wie Selbstmord begehen. Sie gab dem 24-Jährigen ausdrücklich „die Möglichkeit, freiwillig nach Deutschland zurückzukehren“. Dieser hatte Anfang April einen Hafturlaub zur Flucht genutzt. Laut Staatsanwaltschaft war er unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung in Haft. Er habe noch zwei Strafen abzusitzen, deren Vollstreckung bei voller Verbüßung Mitte 2011 abgeschlossen gewesen wäre.

Die Ermittlungsbehörde prüfte am Donnerstag zwar weiter ein mögliches strafbares Verhalten der Mutter. Jedoch scheine das Zurücklassen der Kinder in einer Gaststätte „eher nicht“ die Tatbestände der Aussetzung oder einer Verletzung der Fürsorgepflicht zu erfüllen, erklärte der Sprecher. Diese setzten als Folge nämlich erhebliche Gefahren beziehungsweise Schäden für die Tatopfer voraus. Darüber hinaus wäre demnach lediglich zu prüfen, ob die Mutter ihre Unterhaltspflicht gegenüber den Kindern verletzt haben könnte.

afp