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Panorama Polizei findet verstörten Schnauzer
Nachrichten Panorama Polizei findet verstörten Schnauzer
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20:13 27.04.2010
Von Klaus von der Brelie
Wieder vereint: „Roma“ und ihr Herrchen.
Wieder vereint: „Roma“ und ihr Herrchen. Quelle: Vollmer
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Die Suche nach dem verstörten Schnauzer auf der Autobahn 7 bei Hildesheim hat Dienstagmittag ein glückliches Ende gefunden. „Wir sind alle richtig erleichtert“, sagten die Beamten der Hildesheimer Autobahnpolizei. Der Hund sei wieder bei seinem Besitzer und beiden ganz große Freude anzumerken.

Tagelang hatte die eineinhalbjährige Hündin „Roma“ nach ihrem Herrchen gesucht und war immer wieder auf die Autobahn gelaufen. Dort hatte ihr Herrchen am Sonnabend gegen 10.30 Uhr mit seinem Auto einen Unfall. Dabei waren der Mann und seine 75-jährige Frau so schwer verletzt worden, dass sie nach Hildesheim in ein Krankenhaus gebracht werden mussten. „Roma“ befreite sich aus den Trümmern des total zerstörten Autos und lief davon.

Gestern Morgen gegen 10 Uhr tauchte „Roma“ in dem Dörfchen Silium, drei Kilometer westlich der Autobahn auf. Doch alle Versuche, das Tier in einem Vorgarten anzulocken, schlugen fehl. Polizeioberkommissar Rüdiger Stolze aus dem Nachbarort Holle hatte keine Chance, „Roma“ einzufangen. „Der Hund sprang über einen Zaun, und weg war er“, erzählte Stolze gestern Nachmittag. Auch ein Jäger und eine Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung bemühten sich vergeblich. Selbst gute Worte und Leckerlis nutzten nichts.

Während die Polizisten befürchteten, der Hund werde erneut zum Unfallort zurücklaufen, machte sich der Besitzer selbst auf die Suche. Der 78-jährige Helmut Weyand aus Lampertheim in Hessen, der bei dem schweren Unfall Prellungen erlitten hatte, durfte wie schon am Montag das St. Bernwardkrankenhaus in Hildesheim für ein paar Stunden verlassen, um nach seiner Hündin zu suchen. Mit dem Ehemann einer Krankenschwester fuhr er gestern erneut nach Silium. „Als wir schon am Verzweifeln waren“, sagte Oberkommissar Stolze, „da kam plötzlich das Herrchen um die Ecke.“ Dann ging alles ziemlich schnell.

„Roma“ hörte das ihr vertraute Rufen, zeigte sich auf einem Feldweg, sah ihren Besitzer, gehorchte nach einem kurzen Pfiff und lief direkt auf ihr Herrchen zu. Überglücklich schloss Helmut Weyand die treue Hündin in seine Arme.

„Ja, es flossen Freudentränen, nicht nur beim Hundebesitzer“, berichteten Polizisten, die Zeugen des Geschehens waren. Ganz behutsam und so, als ob nichts passiert wäre, habe „Roma“ eine Pfote auf den Arm seines Herrchens gelegt.

Mehrmals hatte die Polizei die Autobahn gesperrt, um „Roma“ einzufangen. Doch selbst das Frühstücksbrot der Polizisten verschmähte sie, ebenso wie das „eigens in Streifenwagen mitgeführte Hundefutter“, hieß es gestern im offiziellen Polizeibericht. Inzwischen hat „Roma“ die Aufregung halbwegs verkraftet und sich richtig gestärkt – mit Leckerlis von ihrem Herrchen.