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Panorama Polizei sucht weiter Motiv für Amoklauf
Nachrichten Panorama Polizei sucht weiter Motiv für Amoklauf
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17:46 19.09.2009
Nach dem Amoklauf in Ansbach sucht die Polizei weiter das Motiv für die Bluttat. Quelle: ddp
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Wie angekündigt wurden daher am Wochenende die Befragungen von Schülern und Lehrern fortgesetzt.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ gehen die Ermittler unter anderem Hinweisen nach, dass der Schüler in den Tagen vor der Tat Medikamente eingenommen habe. Den jungen Mann hätten offenbar Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen geplagt. Er sei bei einem Ansbacher Psychologen in Behandlung gewesen.

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Im Zimmer des Täters fanden Polizisten dem Bericht zufolge neben seinem Testament auch Gedichte und Gewaltvideos. In dem Testament, das aus anderthalb eng beschriebenen DIN-A4-Seiten bestehe, habe der Schüler verfügt, was nach seinem Tod mit seiner Leiche und seinen Besitztümern geschehen solle. Unter anderem gebe er an, für wen seine selbst verfassten Gedichte und Geschichten bestimmt seien.

Die bei dem Amoklauf schwer verletzten 15-jährigen Schülerinnen werden weiter auf der Intensivstation des Klinikums Nürnberg behandelt. Die Ärzte sind mit dem Gesundheitszustand der beiden Jugendlichen nach ddp-Informationen insgesamt aber zufrieden, ihnen gehe es zunehmend besser, hieß es.

Einem der beiden Mädchen hatte der Amokläufer am Donnerstag mit Axthieben lebensgefährliche Kopfverletzungen zugefügt. Die Schülerin der zehnten Klasse wurde sieben Stunden lang durch Fachärzte der Kliniken für Neurochirurgie, Mund- Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie und Unfallchirurgie operiert. Seit Freitag schwebt sie nicht mehr in Lebensgefahr. Ihre gleichaltrige Mitschülerin hatte schwere Brandverletzungen durch einen Molotowcocktail erlitten, unter anderem im Gesicht.

Insgesamt verletzte der 18 Jahre alte Amokläufer neun Schüler und einen Lehrer. Eine Schülerin der 10b schilderte in der „Bild“-Zeitung das kaltblütige Vorgehen des Täters. Zunächst habe er wortlos brennende Flaschen ins Klassenzimmer geworfen. Zwei Jungen hätten am Rücken gebrannt, eine Mitschülern habe es „voll im Gesicht erwischt“, die Tische hätten gebrannt.

„Unser Lehrer schrie: ’Raus!’ Wir rannten auf den Flur. Dort stand Georg mit der Axt“, berichtete die Schülerin. „Mich hat er an der Hüfte erwischt. Dann hat er immer wieder auf Mareike eingeschlagen.“

Den Täter, mit dessen jüngerer Schwester das Mädchen befreundet war, beschrieb die 15-Jährige als „komisch“: „Der ist beim Abendessen nur kurz an den Tisch gekommen, hat sich sein Essen genommen und ist wieder in sein Zimmer gegangen.“

Von der Befragung des 18-Jährigen erhoffen sich die Ermittler wichtige Erkenntnisse. Bislang konnte er allerdings nicht vernommen werden. Er war nach dem Amoklauf durch mehrere Polizeikugeln verletzt worden und liegt weiter im Krankenhaus.

ddp

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