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Panorama Rätsel um verschwundenen Frachter
Nachrichten Panorama Rätsel um verschwundenen Frachter
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10:48 13.08.2009
Auch Reederei von verschwundenem Frachter spricht von Entführung.
Auch Reederei von verschwundenem Frachter spricht von Entführung. Quelle: afp/Laakso
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Der russische Präsident Dmitri Medwedew beauftragte seinen Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow, alles in Bewegung zu setzen, um den Frachter „wiederzufinden und - wenn nötig - zu befreien“. Wie russische Nachrichtenagenturen weiter meldeten, sind bei der Suche nach dem seit Ende Juli verschwundenen Frachter außer Marine-Patrouillen auch Radargeräte und satellitengestützte Überwachungssysteme im Einsatz.

Nach Angaben eines Sprechers der britischen Küstenwache könnte sich das Schiff in der Gewalt von Piraten befinden. Sollte sich dies als wahr erweisen, wäre es das erste Mal, dass moderne Piraten in europäischen Gewässern zuschlugen. Die unter maltesischer Flagge fahrende „Arctic Sea“ hat finnisches Holz mit einem geschätzten Wert von 1,16 Millionen Euro geladen. Das Schiff mit der 15-köpfigen russischen Besatzung befand sich auf dem Weg nach Algerien, als es Ende Juli vor der Küste Portugals verschwand. Zielhafen war die algerische Küstenstadt Béjaia, wo der Frachter am 4. August eintreffen sollte.

Nach Angaben des Sprechers der britischen Küstenwache, Mark Clark, datiert der letzte Funkkontakt vom 28. Juli, als sich der Frachter in Dover meldete, um den Ärmelkanal zu passieren. „Wir wussten nicht, ob wir mit der Besatzung sprachen oder womöglich mit den Entführern“, sagte Clark. „Niemand von uns kann sich an etwas Vergleichbares in der Vergangenheit erinnern.“

Ungeklärt ist weiterhin, was sich zuvor mit dem Frachter in der Ostsee abspielte. Interpol informierte die britischen Behörden darüber, dass der Frachter am 24. Juli in schwedischen Gewässern von maskierten Männern geentert wurde. Nach Informationen des russischen Marine-Newsletters „Sowfracht“ hielten sich die Angreifer rund zwölf Stunden an Bord auf und suchten etwas, verschwanden dann aber wieder, ohne etwas mitzunehmen.

afp