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Panorama Raumfähre „Atlantis“ auf dem Weg zu riskanter Mission
Nachrichten Panorama Raumfähre „Atlantis“ auf dem Weg zu riskanter Mission
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09:06 13.05.2009
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Die "Atlantis" ist am Montag erfolgreich ins All gestartet. Quelle: Stan Honda/afp
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Die Astronauten sollen in einer risikoreichen Aktion am Teleskop „Hubble“ optische Instrumente aufrüsten und Batterien austauschen, bevor es in einigen Jahren außer Betrieb geht.

Die „Atlantis“ hob am Montagabend mit sieben Astronauten an Bord vom Kennedy-Weltraumzentrum in Florida ab und erreichte achteinhalb Minuten später ihre Umlaufbahn. Die beiden Antriebsraketen lösten sich beim Start wie geplant und stürzten in den Atlantik. NASA-Flugdirektor Mike Leinbach sprach von einem „großartigen Tag, um Fliegen zu gehen“, als er der Crew zum Start eine „tolle Mission und viel Glück“ wünschte.

Während des Aufstiegs der Raumfähre entdeckten die NASA-Ingenieure am Boden vier kleine Stücke nicht identifizierten Materials. Bei einer ersten Untersuchung der „Atlantis“ mit Hilfe von Kameras wurden keine Schäden entdeckt. Experten im Kontrollzentrum sollten im Lauf des Tages die Flügel und die Unterseite des Shuttles noch gründlicher inspizieren. Am Mittwochnachmittag soll die Raumfähre das etwa schulbusgroße Weltraumteleskop erreichen, das in 563 Kilometern Höhe über der Erde kreist. Während der elftägigen Mission sind fünf bis zu siebenstündige Außeneinsätze geplant. Durch die Reparaturen und Aufrüstungen soll „Hubbles“ Lebensdauer um fünf Jahre verlängert werden.

Die Mission der „Atlantis“ ist die erste zu dem Weltraumteleskop seit dem „Columbia“-Unglück im Jahr 2003. Die Reise ist riskanter als die zur Internationalen Raumstation, weil in der Umlaufbahn des Teleskops auch Weltraumschrott und kleinere Meteoriten im All schweben. Für die Raumfähre besteht erhöhte Gefahr, davon getroffen zu werden.

Für den Fall, dass die „Atlantis“ Probleme bekommen sollte, hat die NASA erstmals ein besonderes Hilfsprogramm vorbereitet: Die Raumfähre „Endeavour“ steht mit einer vierköpfigen Besatzung bereit, um der „Atlantis“ notfalls ins All zu folgen und deren Besatzung aufzunehmen. „Sicherheit geht wie immer vor“, sagte ein NASA-Sprecher in Houston.

„Hubble“ hat in seinen 19 Jahren im All die Astronomie revolutioniert. Seine Daten halfen Wissenschaftlern, Erkenntnisse über Alter und Ursprung des Universums zu gewinnen. Das Teleskop habe über eine lange Zeit „hervorragende wissenschaftliche Daten und schöne Bilder“ gesendet, sagte NASA-Mitarbeiter Ed Weiler. Wenn die Mission erfolgreich sei, würden ihre Ergebnisse Öffentlichkeit und Forscher noch über Jahre in Staunen versetzen. Die Forscher hoffen mit Hilfe von „Hubble“ auf weitere Aufschlüsse über die Ereignisse im Universum vor bis zu 600 Millionen Jahren. 2014 soll das Teleskop durch das Nachfolgemodell „James Webb“ ersetzt werden, das über noch leistungsfähigere Linsen verfügt.

afp