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Panorama Schule trauert um erstochene Lehrerin
Nachrichten Panorama Schule trauert um erstochene Lehrerin
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20:52 20.12.2009
Von Gabriele Schulte
Trauer in Osterholz-Scharmbeck.
Trauer in Osterholz-Scharmbeck. Quelle: ddp
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Osterholz-Scharmbeck. Die Trauer am Gymnasium Osterholz-Scharmbeck ist riesengroß. Die 35 Jahre alte Lehrerin, die am Freitag in Bremen von einem ehemaligen Schüler erstochen worden war, galt als besonders beliebt. „Wenn man irgendwie Probleme hatte, hat sie immer geholfen“, schreibt einer ihrer Schüler auf der Internetseite der Schule. „Wie kann einer nur sowas machen?“ Einige Antworten hat der 21 Jahre alte Täter gegenüber der Polizei selbst gegeben. Der junge Mann, der nicht zum Abitur zugelassen worden war und nach Angaben der Ermittler seit Juli seinen Wehrdienst ableistet, war offenbar unglücklich verliebt in seine frühere Chemielehrerin und hatte sie seit Monaten verfolgt.

Er habe der Frau „mehrere Tausend“ Fragen stellen wollen, sagte der psychisch auffällige 21-Jährige, nachdem er sich gleich nach der Messerattacke am Wohnort der Pädagogin in Bremen-Nord der Polizei gestellt hatte. Weil die Lehrerin sich gewehrt und um Hilfe geschrien habe, habe er ihr wiederholt in den Hals gestochen.

Schüler und Lehrerkollegen des Opfers trauerten am Wochenende im Gymnasium in Osterholz-Scharmbeck, wo die Frau unterrichtet hatte. Mehrere hundert Schüler versammelten sich vor dem Schulgebäude und verharrten schweigend vor Kerzen und Blumen. Im Foyer lag ein Kondolenzbuch, auf einem Tisch stand ein Herz aus Teelichtern. Auch Eltern und Lehrer kamen, um zu trauern. Kurz vor ihrem Tod hatte die Lehrerin für Biologie und Chemie noch eine Adventsfeier veranstaltet.

Der Täter hatte nach eigener Darstellung am Freitag gegen 10 Uhr vor der Schule einen GPS-Sender am Auto der Frau befestigt. Er verfolgte das Fahrzeug bis auf den Parkplatz in der Nähe ihrer Wohnung. Dort wollte er sie zur Rede stellen und in eine benachbarte Wohnung drängen, doch dieser Plan scheiterte an der Gegenwehr der Frau. Der Soldat griff zum Messer und stach mehr als 20-mal auf sie ein. Ein Postbote, der beherzt eingriff, konnte den Tod der Frau nicht verhindern. Sie starb noch auf dem Parkplatz. Der 21-Jährige rief die Polizei und ließ sich festnehmen. Wie Staatsanwalt Uwe Picard in Bremen sagte, nannte der Täter am Telefon seinen Namen und sagte sinngemäß: „Ich habe einen Menschen umgebracht. Ich habe meine Waffe niedergelegt. Bitte holen Sie mich ab.“

Der 21-Jährige, der nicht zum Abitur zugelassen worden war, hatte seine Lehrerin schon seit Monaten beobachtet und ausspioniert. Die Frau hatte davon aber nichts mitbekommen. Deshalb spricht die Polizei nicht von einem Stalking-Fall. In seiner Vernehmung gab der Mann an, Tausende Fragen ausgearbeitet zu haben, die er ihr „48 Stunden lang“ stellen wollte. Dabei sei es unter anderem um die Themen Nähe und Sexualität gegangen.Gegenüber dem Haftrichter machte er am Wochenende keine weiteren Angaben. Dieser erließ Haftbefehl wegen Mordes.

Die Lehrerin hatte sich bereits im Januar 2008 nach einer „Liebes“-SMS des Schülers an die Polizei gewandt. Sie fürchtete, der als Einzelgänger bekannte Junge könnte sich das Leben nehmen. Die Polizei fand bei einer Wohnungsdurchsuchung Schwarzpulver und Silvesterknaller. Der Schüler bekam psychologische Hilfe. Uwe Jordan von der Polizei Verden/Osterholz sagte, der 21-Jährige sei auch nach dem Amoklauf von Winnenden ins Visier der Ermittler geraten. Noch im März hätten Polizei und Schulen an einem Präventionsprogramm gearbeitet, bei dem der auffällige Schüler zur Sprache kam. Bei seiner Überprüfung sei aber keine konkrete Gefährdung anderer festgestellt worden. (mit: ddp)

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