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Panorama Schwarzer Panther bewegt die Schweiz
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14:43 11.05.2012
Foto: In einem Wald in der Schweiz soll sich angeblich so ein schwarzer Panther herumtreiben.
In einem Wald in der Schweiz soll sich angeblich so ein schwarzer Panther herumtreiben. Quelle: Symbolfoto: dpa
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Bern

Es sei schwarz, sagten alle Zeugen, pechschwarz. Und es habe einen enorm langen Schwanz. „Das Tier kann praktisch nur ein Panther sein“, befand Reinhard Schnidrig, Chef der Sektion Jagd beim Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU) und löste damit einen wahren Raubtier-Rummel aus: Die Schweiz sucht den Schwarzen Panther.

Erste Sichtungsmeldungen kamen vorige Woche aus einem Wald nahe Kestenholz im Kanton Solothurn. Jäger stellten daraufhin einen großen Holzkasten mit Falltür auf, legten Fleischbrocken hinein und nannten das Ding „Pantherfalle“. Ein gutes Dutzend Selbstauslöser-Kameras wurden in Gebüschen versteckt. Doch der Panther - oder was immer das schwarze Waldphantom sein mag - wollte sich weder in Gefangenschaft satt fressen, noch fotografiert werden. Bis zum Freitag gab es keinen Beweis für seine Existenz.

Das hält die gründlichen Schweizer Behörden nicht davon ab, allen Hinweisen von Eidgenossen auf seltsame Sichtungen nachzugehen. Schließlich gab es auch von dem Bären mit dem Registriernamen M13, der im April aus Italien in den Kanton Graubünden eingewandert war, zunächst keine Fotos. Allerdings hat M13 einige Bienenstöcke ausgeraubt und eine Ziege gerissen. Derartige Spuren hat die mutmaßliche Raubkatze nicht hinterlassen.

„Panther bewegen sich wie auf Samtpfoten und hinterlassen fast keine Spuren“, sagte der Raubtierexperten René Strickler der Online-Zeitung “20 Minuten“. Zudem könnten sie gut eine Woche durchhalten, ohne zu fressen. Die Frist ist nun verstrichen. Bald schon müsste der Panther zuschlagen - oder verhungern.

Als rätselhaft gilt auch, woher er kam. Aus Süddeutschland, vermuten einige. Nur gebe es von deutscher Seite keine Erkenntnisse über einen ausgebrochenen Panther, heißt es bei der Schweizer Polizei. 2011 habe ein Panther das Toskana-Dorf Prata in Angst und Schrecken versetzt, trägt der Zürcher „Tages-Anzeiger“ zur Debatte bei. Doch weder aus Italien, noch aus Belgien, wo 2010 eine Raubkatze herumgeschlichen sein soll, gab es Fotobeweise. Der Panther sei wohl „der Yeti von Europa“, meinte die Zeitung.

Das kann man ihm nur wünschen, wenn man an das Schicksal eines Pantherweibchens denkt, das 1933 aus dem Zürcher Zoo entwichen war. Wochenlang fand sich keine Spur. Schließlich wurde die Raubkatze, wie die „Neue Zürcher Zeitung“ damals berichtete, auf dem Rickenpass im Kanton St. Gallen erlegt, zu einer Art Pfeffergulasch verarbeitet und verspeist.

Übel war es lange vorher, im Jahr 1866, auch einem brünstigen Zirkuselefanten ergangen, der seinen Wärter tötete und randalierend durch die Straßen von Murten im Kanton Freiburg zog. Weil Gewehrkugeln nicht durch seine dicke Haut drangen, wurde er schließlich von der Artillerie mit einer Kanone erledigt, wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA in ihrem Archiv fand.

Mittlerweile ist die Suche nach dem Phantom mit dem langen Schwanz zum Ulk-Thema Nr. 1 avanciert: „Habe den Panther soeben bei uns im Garten in Liestal gesichtet - und mit einem Glas Wasser verscheucht“, schrieb Leser Kevin Singeisen an “20 Minuten“. „Phuu, jetzt ist er beim Nachbarn.“ Ein anderer Witzbold textete „Panther im Wald, das ist wohl das coolste, was es hier geben kann :), hoffentlich kommen auch Tiger & Löwen.“

Derweil warnen die Behörden davor, einen Panther, falls man denn einen zu Gesicht bekommen sollte, zu verfolgen. Vorerst werde es auch keine Jagd geben. „Wir gehen davon aus, dass das Tier scheu ist und keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung darstellt“, sagte die Solothurner Polizeisprecherin Thalia Schweizer. BAFU-Abteilungsleiter Schnidrig pochte aber im Schweizer Fernsehen darauf, dass „ein Panther nicht zur einheimischen Tierwelt gehört“. Bei einer Gefahr müsse er „abgeschoben“ werden. Wohin ist bislang noch unklar.

dpa

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