Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Staatsanwaltschaft fordert Freispruch
Nachrichten Panorama Staatsanwaltschaft fordert Freispruch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:18 13.05.2014
Der Angeklagte Ulvi K. mit seiner Betreuerin Gudrun Rödel und seinem Anwalt Jan Astheimer.
Der Angeklagte Ulvi K. mit seiner Betreuerin Gudrun Rödel und seinem Anwalt Jan Astheimer. Quelle: dpa
Anzeige
Bayreuth

Die Vertreterin der Anklagebehörde plädierte am Dienstag vor dem Landgericht Bayreuth auf Freispruch. „Wir haben letztendlich nur das Geständnis des Angeklagten. Wenn dieses aber möglicherweise falsch war, dann muss gelten: Im Zweifel für den Angeklagten“, sagte Staatsanwältin Sandra Staade.

Die Schülerin Peggy wird seit dem 7. Mai 2001 vermisst, eine Leiche wurde nie gefunden. Als ihr Mörder wurde Ulvi K. im April 2004 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. In dem neuen Prozess ging es um die Frage, wie glaubhaft sein Obwohl bis heute keine Leiche des Mädchens gefunden wurde, gehen die Ermittler von einem Tötungsdelikt aus. In einem ersten Prozess verurteilte das Landgericht Hof vor zehn Jahren Ulvi K.

Im ersten Prozess vor dem Landgericht Hof vor zehn Jahren hatte der Gutachter das Geständnis noch als glaubwürdig dargestellt, obwohl es K. später zurückgenommen hatte. Einen Anspruch auf Entschädigung für Ulvi K. sieht die Staatsanwaltschaft nicht. Dieser war wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden, wo er bis heute untergebracht ist. Seine Haftstrafe musste er noch nicht antreten.

Verteidiger Michael Euler sagte, für seinen Mandanten dürfe es nicht nur einen Freispruch nach dem Grundsatz im Zweifel für den Angeklagten geben. „Alles, was er gestanden hat, ist widerlegt“, sagte Euler zur Beweisaufnahme im Wiederaufnahmeverfahren. So gebe es auch keine Beweise für einen sexuellen Missbrauch von Peggy durch Ulvi K..

Die Staatsanwaltschaft hatte als Mordmotiv eine Vergewaltigung des Mädchens durch den Angeklagten angenommen. K. habe sich ein paar Tage danach bei Peggy entschuldigen wollen. Die Situation sei dann eskaliert und er habe sie getötet. Sein Mandant beteuere „aufrichtig und glaubhaft“, dass es diesen Missbrauch nicht gegeben habe, sagte Euler. Das damalige Geständnis war - es ähnelte der vermuteten Tatversion der Polizei auffällig. Das wurde aber erst später bekannt.

„Wir haben keine Spuren, keinen Tatort, keine Leiche. Wir haben nur das Geständnis des Angeklagten“, sagte Staade. Ein Gutachter kam in dem neuen Prozess zu dem Ergebnis, Ulvi K. könne sich das Geständnis auch ausgedacht haben. „Ein mit hoher Wahrscheinlichkeit richtiges, aber nicht ausschließbar falsches Geständnis kann nicht Grundlage für eine Verurteilung sein“, betonte die Staatsanwältin.

dpa

Mehr zum Thema

Vor 13 Jahren verschwand die Schülerin Peggy spurlos, ihre Leiche wurde nie gefunden. Als ihr Mörder wurde später der geistig eingeschränkte Ulvi K. verurteilt. In Kürze steht er wieder vor Gericht - und hofft nach zehn langen Jahren auf einen Freispruch.

04.04.2014

Im Wiederaufnahmeverfahren gegen den geistig Behinderten Ulvi K. wegen Mordes an der kleinen Peggy aus Oberfranken will das Landgericht Bayreuth die Beweisaufnahme vorzeitig beenden.

07.05.2014
Panorama Verdacht nicht bestätigt - Fall Peggy: Polizei öffnet Grab

Auf der Suche nach der Leiche der 2001 verschwundenen Schülerin Peggy hat die Polizei vergeblich ein Grab auf einem Friedhof in Oberfranken geöffnet. Die Ermittler hatten es zunächst für möglich gehalten, dass die Leiche der neunjährigen Schülerin mit in dieses Grab gelegt wurde.

08.01.2014
Panorama Tatverdächtiger festgenommen - Uli Hoeneß wurde erpresst
13.05.2014
Panorama Tod des deutschen Austauschschülers - War Diren auf der Suche nach Alkohol?
13.05.2014