Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Staatstrauer nach Stadion-Katastrophe in Elfenbeinküste
Nachrichten Panorama Staatstrauer nach Stadion-Katastrophe in Elfenbeinküste
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:58 31.03.2009
Beim WM-Qualifikationsspiel war es am Sonntag im überfüllten Stadion zu einer Massenpanik gekommen. Quelle: Issouf Sanogo/afp
Anzeige

Beim WM-Qualifikationsspiel zwischen der Elfenbeinküste und Malawi (5:0) war es am Sonntag vermutlich nach dem Einsturz einen Mauer zu einer Massenpanik im überfüllten Stadion gekommen. Sechs der über 130 Verletzten sind nach aktuellen Angaben noch in einem kritischen Zustand.

Der Präsident des nationalen Fußball-Verbandes Jacques Anouma kündigte an, die Verantwortlichen für die Tragödie schnell zu ermitteln und zu bestrafen. Der Premierminister der Elfenbeinküste rief seine zuständigen Minister sowie die Spitzenfunktionäre von Sport und Polizei zusammen, um die mögliche Mitschuld der Regierung zu diskutieren.

Anzeige

Die ivorische Staatsanwaltschaft hat unterdessen am Dienstag die Ermittlungen aufgenommen. Staatspräsident Gbagbo beauftragte Staatsanwalt Raymond Tchimou, die Hintergründe der Tragödie zu beleuchten und die Schuldigen zu finden. „Die Gründe müssen herausgefunden werden, um zu verhinden, dass sich so etwas wiederholt“, sagte Ggagbo.

Offenbar waren zahlreiche Fußball-Anhänger ohne Eintrittskarte in das für 35.000 Besucher ausgelegte Stadion gelangt. Das war mit angeblich fast 50.000 Fans, die ihre zumeist in Europa spielenden Stars wie Didier Drogba (FC Chelsea) sehen wollten, total überfüllt, nachdem verärgerte Kartenbesitzer an den Ordnern vorbei zusätzlich in die Arena gedrängt waren.

Afrikanische Zeitungen kritisierten, dass die Partie nach Beginn der Panik überhaupt fortgesetzt worden war. Chelsea-Stürmer Drogba erklärte das Geschehen zur „nationalen Tragödie“ und sagte, dass die Spieler erst am Abend nach dem Spiel Informationen über das Geschehen erhalten hätten.

Um ähnliche Katastrophen bei der WM 2010 in Südafrika auszuschließen, kündigte OK-Chef Danny Jordaan für die afrikanischen Zuschauer ein Aufklärungskampagne an. Die Fans hätten zu lernen, frühzeitig zu den Stadien zu kommen, sagte Jordaan. „Die Stadiontore werden drei Stunden vor dem jeweiligen Spielbeginn geöffnet, und das ist der Zeitpunkt, zu dem wir die Fans für den Einlass erwarten.“

sid