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Panorama Supermarktriese plant Gesichts-Scanner
Nachrichten Panorama Supermarktriese plant Gesichts-Scanner
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16:34 05.11.2013
In der Kritik: Die britische Supermarktkette Tesco. Quelle: dpa
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London

Die britische Supermarktkette Tesco plant in ihren Tankstellen Gesichts-Scanner für eine passgenaue Werbung und hat damit Datenschützer auf den Plan gerufen. Tesco betonte am Dienstag, durch die Technik würden lediglich Alter sowie Geschlecht der Kunden festgestellt und keinesfalls Individuen erkannt. Doch die britische Organisation Big Brother Watch warnte, die Scanner könnten jederzeit weiterentwickelt werden. Es sei daher wichtig, früh einzugreifen - sonst drohe eine Massenüberwachung.

Das Branchenmagazin „The Grocer“ hatte am Montag von den Tesco-Plänen zur Einführung der Bildschirme berichtet. Die Geräte sollen Gesicht und Altersgruppe der Kunden in der Schlange an der Kasse erkennen und daraufhin passende Werbung abspielen. Mit einbezogen wird bei der Technik der Firma Amscreen auch die Tageszeit, zu der bestimmte Produkte beworben werden - wie zum Beispiel Kaffee, der eher morgens nachgefragt wird. Bis zu fünf Millionen Kunden könnten so wöchentlich erfasst werden, hieß es.

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Amscreen-Chef Simon Sugar sagte dem Magazin, man plane, die Bildschirme in so vielen Supermärkten wie möglich zum Einsatz zu bringen: „Dies könnte den britischen Einzelhandel verändern.“ Die Ankündigung sorgte für Diskussionen und Kritik von Datenschützern. Tesco betonte, die Technik sei keinesfalls neu und werde bereits von anderen Händlern eingesetzt. Anders als vielfach berichtet würden auch nicht die Augäpfel gescannt. Es gebe keine Gesichtserkennung, und es könnten in keiner Form Individuen erkannt werden, erklärte eine Sprecherin am Dienstag.

Datenschützer schlagen Alarm

Bilder oder Daten würden nicht gespeichert. „Der Zweck ist es, den Kunden für sie relevante Werbung zu bieten.“ Peter Cattell, bei Tesco für die Tankstellen-Sparte zuständig, sagte: „Die Möglichkeit, Inhalte dem Ort und der Zeit entsprechend maßzuschneidern, kann für die Kunden extrem nützlich sein.“

Der Direktor von Big Brother Watch, Nick Pickles, sieht dies anders. „Es gibt hier zwei ganz grundlegende Probleme“, sagte er. „Erstens: Sollten wir wirklich das Ausmaß der Überwachung, der wir ausgesetzt sind, erhöhen, damit einige Firmen mehr Werbung verkaufen können? Zweitens: Die Technik wird nicht dieselbe bleiben und nicht immer nur auf diese Weise genutzt werden.“ Langfristig gehe es darum, Individuen zu identifizieren, warnte Pickles. Irgendwann könnten Unternehmen dann genau verfolgen, wer in welches Geschäft gehe. Die Masse der Überwachungskameras, die es jetzt bereits gebe, könne dafür einfach umgerüstet werden.

dpa

05.11.2013
05.11.2013
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