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Panorama Tödliches Selfie
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08:12 08.10.2015
Der Kings Canyon ist ein beliebtest Touristenziel in Australien. Seine imposanten, steil abfallenden Felswände erreichen Höhen von teilweise über 100 Metern. Quelle: dpa/Symbol
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Hertfordshire/Melbourne/Hannover

Es sollte der krönende Abschluss einer Ausflugstour werden - und endete tragisch: Eine 23-jährige Studentin ist beim Posen für ein Foto am Rande einer Klippe im australischen Kings Canyon abgerutscht und in die Tiefe gestürzt. Laut Medienberichten hatte die Reiseleiterin der Gruppe die Frau zu dem spektakulären Foto ermutigt. Sie soll der Gruppe geraten haben, sich ganz nah an den Felsvorsprung zu stellen, so dass das Bild spektakulärer wirke. Doch dann verlor die britische Studentin das Gleichgewicht, stürzte 30 Meter in die Tiefe und verstarb noch an der Unfallstelle.

Der Vorfall ereignete sich bereits im Juni des vergangenen Jahres. Nun haben die gerichtlichen Untersuchungen zu dem Fall begonnen. Mehrere Zeugen wurden geladen wurden. Darunter auch die Reiseleiterin der „Rock Tour Company“. Das Unternehmen steht auch durch die Aussage eines ehemaligen Mitarbeiters unter Druck:  Der langjährige Tourführer hatte zu Protokoll gegeben, dass er vom Management angewiesen wurde, spektakuläre Fotos von verborgenen Felsvorsprüngen aufzunehmen. Diese sollten auf der Website des Unternehmens und auf Facebook zu Marketingzwecken gepostet werden. Die Organisatoren haben derartige Vorwürfe zurückgewiesen.

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Posen mit Waffe an Stirn, Selfie auf Bahngleisen

Mit ihrem tödlichen Selfie-Missgeschick ist die englische Studentin leider keine Ausnahme. In der Vergangenheit gab es mehrere Berichte über Selfie-Unfälle mit Todesfolge. So etwa Anfang September: Ein 19-Jähriger im US-Bundesstaat Texas erschoss sich, als er mit einer Waffe in der Hand für ein Selfie posierte. Einen Monat zuvor hatte sich ein 21-Jähriger Mexikaner ebenfalls beim Selfie mit einer Waffe getötet: Der junge Mann wollte seine Freunde mit einem Bild beeindrucken, auf dem er lässig mit einer Waffe posiert. Doch dann löste sich ein Schuss.

Tödliche Folgen hatte ein Selfie im Cockpit: 2014 starben zwei Menschen beim Absturz eines Kleinflugzeugs in Colorado, wo laut Transportsicherheitsbehörde NTSB vermutlich die Selbstporträts während des Fluges zum Absturz führten. Ein anderer Fall weist Parallelen zum Unglück der englischen Studentin in Australien auf: In Portugal starben im Jahr 2014 zwei Polen, nachdem sie Fotos an einer steilen Klippe gemacht hatten und dabei in die Tiefe stürzten.

Auch in Deutschland ist Leichtsinn beim Selfie verbreitet - und auch hierzulande mit tödlichem Ausgang. Die Polizei berichtet für das Jahr 2014 von mehreren Fällen im ganzen Bundesgebiet, wo es vor allem tödliche Unfälle mit Selfie im Zugverkehr gab, weil Menschen Selfies auf dem Bahngleis machen wollen.

Auch 2015 geht der Wahnsinn weiter: Erst im September musste der Verkehr auf einer Bahnstrecke in Sachsen-Anhalt still gelegt werden, weil eine Mutter und ihre Tochter ein Selfie auf einem Bahngleis machen wollten.

zys/wer/dpa

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