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Panorama Todesfahrer aus Hamburg drohen fünf Jahre Haft
Nachrichten Panorama Todesfahrer aus Hamburg drohen fünf Jahre Haft
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17:20 14.03.2011
Ein Foto des Schauspielers Dietmar Mues zwischen Blumen an der Unfallstelle in Hamburg
Der schwere Unfall hat in Hamburg Trauer und Entsetzen ausgelöst. Viele Menschen legten an der Unglücksstelle Blumen und Fotos der Opfer nieder und zündeten Kerzen an. Quelle: dpa
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Nach dem Horror-Unfall mit vier prominenten Opfern in Hamburg droht dem vermutlich berauschten Todesfahrer eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Bei einer Verurteilung könnte der 38-Jährige bis zu fünf Jahre ins Gefängnis kommen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wilhelm Möllers, am Montag. Der Sozialwissenschaftler Günter Amendt, der Schauspieler Dietmar Mues und seine Ehefrau sowie die Bildhauerin Angela Kurrer waren bei dem Unfall am Samstag getötet worden.

Der 38-Jährige aus Hamburg-Lokstedt habe bisher zu dem Unfall geschwiegen, sagte Polizeisprecher Andreas Schöpflin. Der Mann war - vermutlich unter Drogeneinfluss - im Stadtteil Eppendorf mit seinem Auto bei Rot und mit zu hohem Tempo über eine Ampel gerast und hatte einen Wagen gerammt.

Das Fahrzeug des 38-Jährigen überschlug sich mehrfach und schleuderte in eine Menschengruppe, die an einer Fußgängerampel wartete. Der Sozialwissenschaftler Amendt, bekannt als „Sexfront“-Autor und Drogenexperte, und Schauspieler Mues („Tatort“, „Großstadtrevier“, „Bella Block“) starben noch an der Unfallstelle.

Außerdem wurden acht Menschen leicht verletzt, darunter der Schauspieler Peter Striebeck und seine Ehefrau Ulla - sie saßen in dem gerammten Wagen. Die Staatsanwaltschaft will daher nicht nur wegen fahrlässiger Tötung gegen den Fahrer ermitteln, sondern auch wegen fahrlässiger Körperverletzung und Straßenverkehrsgefährdung.

Wie stark der 38-Jährige unter Drogen stand, soll im Laufe dieser Woche feststehen - dann rechnet die Polizei mit dem Ergebnis eines Bluttests. Bei einem Urin-Schnelltest des Unfallverursachers war der Wirkstoff THC nachgewiesen worden, der in Haschisch oder Marihuana enthalten ist.

Einen Haftbefehl habe die Staatsanwaltschaft nicht beantragt, weil keine Haftgründe vorlägen, sagte Möllers - es handele sich nicht um ein Vorsatzdelikt, und es gebe weder Flucht- noch Wiederholungsgefahr. Der 38-Jährige ist bei der Anklagebehörde bisher nicht auffällig geworden: „Wir kennen ihn nicht.“ Wann die Polizei den Mann befragen will, blieb am Montag zunächst unklar. Seinen Führerschein hatten die Ermittler direkt nach dem Unfall beschlagnahmt.

dpa