Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Tödlicher SUV-Unfall: Fahrer schweigt, Polizei darf Krankenakte nicht sehen
Nachrichten Panorama Tödlicher SUV-Unfall: Fahrer schweigt, Polizei darf Krankenakte nicht sehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:46 11.09.2019
Die zerstörte Ampelanlage an der Kreuzung Invalidenstraße / Ackerstraße nach dem schweren Unfall mit einem SUV und vier Toten. Quelle: imago images / Rolf Zöllner
Berlin

Nach dem Autounfall mit vier Toten in der Berliner Innenstadt wertet die Polizei weiter Zeugenaussagen aus. Es seien Hinweise bei der Polizei eingegangen, denen jetzt nachgegangen werde, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Wie viele Zeugen sich gemeldet hätten, war nicht bekannt. Auch direkt nach dem Unfall am Freitagabend hätten Zeugen des Geschehens mit der Polizei gesprochen, so die Sprecherin. Deren Aussagen seien oft nur kurz notiert worden, daher würden die Beobachter nun "gründlich nachvernommen".

Ebenso werde das bereits bekannte Video, das aus einer Kamera in einem Taxi stammt und den Unfallwagen kurz vor dem Aufprall zeigt, ausgewertet. Weitere Filme oder Fotos seien bisher nicht bei der Polizei eingegangen, sagte die Sprecherin.

Polizei hat bisher keinen Einblick in Patientenakte des Fahrers

Die Polizei hat laut Staatsanwaltschaft bisher keinen Einblick in die Patientenakte des 42-jährigen Fahrers. Nach dem Unfall hatte es einen Hinweis der Beifahrerin gegeben, dass der Fahrer am Steuer einen epileptischen Anfall erlitten habe. Die Staatsanwaltschaft verwies nun darauf, dass die Akte ebenso wie andere Informationen des behandelnden Arztes unter die ärztliche Schweigepflicht falle.

Lesen Sie auch: SUV-Unfall in Berlin – womöglich Parallelen zu Kollision 2011

Die Sprecherin sagte, zudem gebe es nach der Strafprozessordnung ein Beschlagnahmeverbot, das für die ärztlichen Unterlagen gelte. Die Patientenakte dürfe also nur herausgegeben werden, wenn der Patient den Arzt von der Schweigepflicht entbinde oder wenn ein Richter einen Beschlagnahmebeschluss ausstelle. Beides sei nicht geschehen.

Der Fahrer, gegen den wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt werde, habe sich nicht geäußert, sondern werde von einem Anwalt vertreten. Als Beschuldigter in einem Ermittlungsverfahren darf der Mann schweigen.

SUV-Unfall mit Toten: Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

SUV raste in Berlin auf Gehweg und tötete vier Menschen

Die Polizei hatte am Dienstag erneut um Fotos, Videos und Hinweise zu dem Unfall gebeten. Im Internet wurde dazu eine Seite freigeschaltet: https://be.hinweisportal.de. "Der genaue Unfallhergang ist weiterhin unklar", hieß es am Dienstag.

Am Freitagabend fuhr der Porsche Macan des 42-Jährigen, der laut Polizei in Berlin gemeldet ist, auf der Gegenfahrbahn an wartenden Autos vorbei und kam dann von der Straße ab. Der SUV rammte eine Ampel, überfuhr die vier Menschen auf dem Gehweg und durchbrach einen Bauzaun. Unter den Opfern befanden sich ein dreijähriger Junge und seine Großmutter. Diese soll nach Medienberichten aus Hessen stammen und zu Besuch gewesen sein. Die Mutter des Kindes stand daneben und blieb unverletzt. Die beiden weiteren Todesopfer sollen zwei junge Männer aus Spanien und Großbritannien sein. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Herkunft der Opfer nicht.

Lesen Sie auch:

- Darum rollen immer mehr SUV durch Deutschland

- Kommentar: Der SUV taugt als Feindbild nur bedingt

- Gefährlich und umweltschädlich? Alle SUV-Fakten im Überblick

RND/dpa/hsc

Eine Frau aus dem US-Staat Arizona war sturzbetrunken, setzte sich trotzdem ans Steuer - mit drei kleinen Kindern im Auto. Ihre zehnjährige Tochter tat dann das einzig Richtige.

11.09.2019

Sie wollten ein paar ganz normale Hochzeitsfotos in der Natur machen. Doch da gesellte sich zu einem frisch verheirateten Paar einfach ein Hirsch dazu - und machte die Bilder einzigartig.

11.09.2019

Bei einem Feuer in einer Klinik ist ein Mensch gestorben, 19 weitere wurden verletzt. Nun wird gegen einen demenzkranken Mann wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung ermittelt.

11.09.2019