Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Japan vollstreckt Todesstrafe
Nachrichten Panorama Japan vollstreckt Todesstrafe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:10 25.06.2015
Japans Justizministerin Yoko Kamikawa informiert auf einer Pressekonferenz über die Hinrichtung. Die Angehörigen erfahren immer erst im Nachhinein davon. Quelle: afp
Anzeige
Tokio

Die rechtskonservative Regierung in Japan hat erneut einen zum Tode verurteilten Mörder hinrichten lassen. Das gab Justizministerin Yoko Kamikawa am Donnerstag nach der Vollstreckung des Urteils bekannt. Internationale Kritik an der Todesstrafe prallt an der drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt ab.

Bei dem Gehängten handelte es sich laut Medien um den 44-jährigen Tsukasa Kanda. Er hatte 2007 mit zwei Komplizen eine Frau in Nagoya entführt, ausgeraubt und mit einem Hammer erschlagen. Die Mittäter wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.

Anzeige

Jeder Tag kann der letzte sein

Seit dem Amtsantritt des rechtskonservativen Regierungschefs Shinzo Abe Ende 2012 starben damit bereits zwölf Menschen am Galgen. Die drittgrößte Wirtschaftsnation gehört zu den wenigen Industrieländern, die noch an der Todesstrafe festhalten. 

Menschenrechtsaktivisten prangern seit Jahren den Umgang mit der Todesstrafe sowie die Haftbedingungen in Japan an. Als besonders grausam kritisieren Menschenrechtsorganisationen sowie ausländische Regierungen, dass den Todeskandidaten der Zeitpunkt der Hinrichtung nicht mitgeteilt wird.

129 Menschen warten auf den Tod

Die zum Tode Verurteilten leben oft jahrelang in Einzelhaft. Erst wenige Minuten vor ihrer Hinrichtung wird ihnen gesagt, dass sie sterben werden. Die dauernde Angst, dass es jeden Tag so weit sein könnte, treibt nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen viele Todeskandidaten in den Wahnsinn. Ist der Todestag gekommen, dürfen sie sich von ihren Angehörigen nicht mehr verabschieden. Die Angehörigen erfahren von den Hinrichtungen erst im Nachhinein.

Derzeit sitzen nach Angaben des Justizministeriums 129 Verurteilte in Todeszellen. Japanische Regierungen berufen sich auf Umfragen, wonach die Mehrheit der Bürger die Todesstrafe für brutale Mörder befürworte. In Japan gibt es sieben Todeskammern in Vollzugsanstalten in Tokio, Osaka, Hiroshima, Nagoya, Sapporo, Fukuoka und Sendai.

dpa

Panorama Elizabeth II. besucht Frankfurt - Grüne Sauce für die Queen
25.06.2015
Panorama Die Queen Elizabeth in Berlin - Eine Königin für Europa
24.06.2015
24.06.2015