Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Unesco-Urkunde für Weltnaturerbe Wattenmeer
Nachrichten Panorama Unesco-Urkunde für Weltnaturerbe Wattenmeer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:41 03.10.2010
Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) (rechts) bei der Übergabe der Urkunde am Samstag.
Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) (rechts) bei der Übergabe der Urkunde am Samstag. Quelle: dpa
Anzeige

Festakt im Watt: 15 Monate nach Anerkennung des Wattenmeers zum Weltnaturerbe ist nun auch die offizielle Unesco- Urkunde übergeben worden. „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, das Wattenmeer in seiner Ursprünglichkeit und Einzigartigkeit als eines der größten Küstenfeuchtgebiete der Welt auch für die zukünftigen Generationen zu bewahren“, erklärten Schleswig-Holsteins Umweltministerin Juliane Rumpf (CDU) und ihr niedersächsischer Kollege Hans-Heinrich Sander (FDP) am Samstag in Büsum. Sie und die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Ursula Heinen-Esser (CDU), nahmen die Urkunde bei regnerischem Wetter aus den Händen von Unesco-Vertreterin Mechthild Rössler entgegen.

Beide Bundesländer hatten zahlreiche Gäste aus dem ganzen Wattenmeerraum von den Niederlanden bis Dänemark zu der Feier auf das Schiff „Ol Büsum“ eingeladen. Zum Weltnaturerbe Wattenmeer gehört ein mehr als 9500 Quadratkilometer großes Gebiet, das sich entlang der Nordseeküste erstreckt. Etwa 10 000 Arten kommen dort vor, darunter Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale. Kein anderes Gebiet der Erde hat eine größere zusammenhängende Sand- und Schlickfläche.

Der Generalsekretär der Deutschen Unesco-Kommission, Roland Bernecker, hatte bereits vor der Feierlichkeit gemahnt, dass der Welterbetitel nicht nur eine hohe Anerkennung sei, sondern beim Umweltschutz und bei der Nachhaltigkeit auch viele Verpflichtungen mit sich bringe. Der Kurs sei aber richtig: „Deutschland und die Niederlande kooperieren in einem grenzübergreifenden Managementplan, der einen umfassenden Schutz des empfindlichen Ökosystems vorsieht. Schon jetzt wird viel unternommen, um auch den Tourismus am Wattenmeer ökologisch nachhaltig zu gestalten“, erklärte Bernecker.

Die Minister Sander und Rumpf betonten auch die wirtschaftlichen Vorteile des Unesco-Titels: „Der Welterbetitel und die von der Unesco geforderte nachhaltige Tourismusstrategie eröffnet den Küstenregionen enorme Potenziale“, sagte Minister Sander. „Bereits der Nationalpark ist ein Wirtschaftsfaktor, von dem die Menschen an der schleswig- holsteinischen Westküste massiv profitieren“, ergänzte seine Kieler Kollegin Rumpf. „Für 28 Prozent der Übernachtungsgäste spielt er eine wichtige oder sehr wichtige Rolle bei der Reisezielentscheidung.“

Die Staatssekretärin Heinen-Esser sagte, das Wattenmeer stehe auf einer Stufe mit dem Great Barrier Reef vor der Küste Australiens oder der Serengeti in Tansania. Deshalb werde der Bund in diesem Jahr zwei Millionen Euro für insgesamt zehn Projekte in Schleswig-Holstein und Niedersachsen zur Verfügung stellen.

Für das schleswig-holsteinische Wattenmeer gab es am Wochenende einen doppelten Festakt. So feierte der Nationalpark bereits am Freitag seinen 25. Geburtstag. Das Wattenmeer an der Nordseeküste stieg am 26. Juni 2009 in die erste Liga der weltweit einzigartigen Naturlandschaften auf. Die Unesco erklärte das Gebiet zum unverzichtbaren Erbe der Menschheit.

dpa