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Panorama Unwetter wütet mit Blitz und Hagel in Niedersachsen
Nachrichten Panorama Unwetter wütet mit Blitz und Hagel in Niedersachsen
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12:44 26.05.2009
Am stärksten von dem Unwetter betroffen war der Landkreis Leer, zeitweise standen Straßen unter Wasser.
Am stärksten von dem Unwetter betroffen war der Landkreis Leer, zeitweise standen Straßen unter Wasser. Quelle: Bodo Wolters lni
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Es kam zu beträchtlichen Schäden, eine Frau erlitt nach einem Brand eine Rauchgasvergiftung. Am stärksten betroffen war der Landkreis Leer. Dort wurde vorsorglich an allen Schulen der Unterricht abgesagt. Bäume fielen um und blockierten zum Teil Straßen und Schienen. Die Unwetterzentrale des Wetterdienstes Meteomedia sprach von einer „brisanten Wettersituation“.

Der Emstunnel musste nach einen Blitzeinschlag in die Elektronik kurzzeitig ebenso für den Verkehr gesperrt werden wie die A 31 zwischen Weener und Bunde. Der Regen hatte in einer Senke die Fahrbahn überflutet. Inzwischen sei die Lage wieder entspannt, sagte eine Sprecherin der Polizei. In Butjadingen (Kreis Wesermarsch) und Altenwalde (Kreis Cuxhaven) wurden durch Blitzschlag zwei Häuser in Brand gesetzt. Menschen kamen nicht zu Schaden. „So etwas habe ich schon lange nicht mehr erlebt“, sagte eine Bauersfrau in Bunde. „Es goss wie aus Kübeln, das ging überall durch.“ Möglicherweise habe der Mais auf den Feldern Schaden genommen.

Im Stadtgebiet von Leer standen Straßen für kurze Zeit unter Wasser, einige Keller liefen voll. In dem Unwetter kam es nach Angaben der Polizei zu zwei Unfällen mit Blechschäden. Weil Bäume in die Oberleitung gestürzt waren, wurde der Bahnverkehr zwischen Bremen und dem ostfriesischen Leer unterbrochen. Nach Angaben der Deutschen Bahn war ein Regionalexpress in eine beschädigte Oberleitung gefahren und hatte diese mitgerissen. Zwischen Leer und Augustfehn wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Tausende Reisenden mussten sich auf längere Fahrzeiten einstellen. Insgesamt fielen in der Stadt und im Landkreis Leer 48 Bäume um.

In Jever (Kreis Friesland) entwurzelte der Sturm mitten in der Stadt eine 150 Jahre alte Kastanie. Der große Baum stürzte auf drei geparkte Autos. Auch in Wilhelmshaven gab es Starkregen und heftige Sturmböen. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte ein Sprecher der Polizei. Er sei mit seinem Wohnmobil zur Arbeit gefahren und „da habe ich schon etwas Angst gehabt“.

In Altenwalde setzte ein Blitz den Dachstuhl eines Einfamilienhauses in Brand. Das Feuer sei schnell gelöscht worden, da die Freiwillige Feuerwehr direkt nebenan liegt, sagte eine Sprecherin der Polizei. Anwohner hatten die 82 Jahre alte Bewohnerin auf die Rauchbildung im Dachstuhl aufmerksam gemacht, die daraufhin rechtzeitig das Haus verlassen konnte. In Butjadingen brannte nach einem Blitzeinschlag das Obergeschoss eines Ferienhauses komplett ab. Die Polizei schätzte den Schaden auf rund 100 000 Euro. Noch während der Löscharbeiten seien weitere Blitze in der Nähe eingeschlagen.

Nach dem Blitzeinschlag in eine Eiche in Itterbeck (Grafschaft Bentheim) kam es in einem benachbarten Wohnhaus zu einem Stromausfall und eine Mikrowelle geriet in Brand. Die 47 Jahre alte Bewohnerin erlitt eine Rauchgasvergiftung.

In Bremen und Bremerhaven verzeichnete die Polizei keine größeren Schäden. Es habe kurze Zeit heftig geregnet und ein paar Windböen seien über die Stadt geweht, sagte ein Polizeisprecher. „Jetzt ist alles wieder ruhig.“ Über die Region Braunschweig zog nach Angaben der Polizei lediglich ein kurzes Sommergewitter. „Wir haben nicht viel abbekommen“, sagte ein Polizist in Braunschweig. Verschont blieben bislang die Region Hannover und das südliche Niedersachsen.

Der Deutsche Wetterdienst hatte hatte für den frühen Morgen eine Unwetterwarnung herausgegeben. Danach wurden Gewitter, Starkregen von 40 Litern pro Quadratmeter und vereinzelte schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern erwartet.

lni