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Panorama Utøya-Überlebende sagen gegen Breivik aus
Nachrichten Panorama Utøya-Überlebende sagen gegen Breivik aus
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16:59 15.05.2012
Foto: In Oslo haben Überlebende des Massakers von Utøya im Prozess gegen Breivik ausgesagt.
In Oslo haben Überlebende des Massakers von Utøya im Prozess gegen Breivik ausgesagt. Quelle: dpa
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Oslo

Die jungen Überlebenden des Massakers auf Utøya haben beim Prozess gegen den Massenmörder Anders Behring Breivik erneut schwer fassbare, grausame Erlebnisse geschildert. Sie berichteten am Dienstag im Osloer Gericht vom eigenen Kampf um das Überleben mit schwersten Schussverletzungen, vom Tod enger Freunde und waren sich in ihrem Eindruck vom geständigen, aber nicht reuigen Täter einig: Breivik habe ruhig und überlegt gemordet.

Gegen Ende des Verhandlungstages zündete sich vor dem massiv bewachten Gerichtsgebäude ein Mann an und musste mit Verbrennungen in das Ullevål-Krankenhaus der norwegischen Hauptstadt gebracht werden. Staatsanwältin Inga Bejer Engh sagte der Netzzeitung „VG Nett“, dass die Aktion nach ihren Informationen keinen direkten Zusammenhang mit dem Verfahren über Breiviks Anschläge vom vergangenen Sommer habe.

Im Gerichtssaal sagte der 33-jährige Utøya-Überlebende Even Andre -ien Kleppen über das Verhalten Breiviks beim Massaker auf der kleinen Fjordinsel: „Er war, ruhig, beherrscht und sehr zielbewusst mit dem, was er wollte.“ Kleppen war als Samariter der „Norwegischen Volkshilfe“ auf Utøya und verbarrikadierte sich mit Jugendlichen in einem Aufenthaltsraum. Als er von der Überlegung berichtete, Breivik beim befürchteten Eindringen mit einem Feuerlöscher anzugreifen, lächelte der sonst unbewegt zuhörende rechtsradikale Attentäter.

Die 22-jährige Ina Rangønes Libak sagte aus, wie sie nach vier Treffern aus Breiviks Schnellfeuergewehr um ihr Leben gekämpft hatte. Nach den Schüssen in einen Arm, das Gesicht und die Schulter sei sie sicher gewesen, dass sie sterben müsse. Ein junger Überlebender, der in den Medien anonym bleiben wollte, sah vor seiner Flucht, wie Breivik als erstes eine junge Frau erschoss, als sie auf ihn zuging und die Hand ausstreckte: „Sie wollte ihn irgendwie wie einen Gast begrüßen.“ Danach kämpfte der 17-Jährige mit den Tränen, als er vom Tod seines Freundes Haakon berichtete, der auf der Flucht ertrank.

Breivik hatte am 22. Juli vergangenen Jahres acht Menschen in Oslo mit einer Autobombe getötet. Danach fuhr er nach Utøya ins Sommerlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF und tötete 69 Teilnehmer. Das Urteil wird im Juli erwartet. Als wichtigste offene Frage gilt die Haltung des Gerichts zu Breiviks Zurechnungsfähigkeit.

dpa/sag

Klaus Wallbaum 15.05.2012
15.05.2012