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Panorama Verhaftungen in der Türkei nach Tod deutscher Schüler
Nachrichten Panorama Verhaftungen in der Türkei nach Tod deutscher Schüler
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23:08 06.04.2009
Blumen am Grab eines Schülers, der während einer Klassenausfahrt in der Türkei bei einem Trinkgelage verstarb. Quelle: Roland Magunia/ddp
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Zwei Verdächtige wurden in Untersuchungshaft genommen, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete. In Lübeck werden unterdessen die Leichen zweier für hirntot erklärter Schüler obduziert.

Ende März waren die Lübecker Schüler nach einem Trinkgelage im "Anatolia Beach Hotel" im südtürkischen Ferienort Kemer ins Krankenhaus eingeliefert worden. Ein 21-jähriger starb noch im Hotelzimmer; er hatte nach Angaben der deutschen Staatsanwaltschaft eine tödliche Menge Methanol im Blut. Zwei weitere Mitglieder der Schülergruppe starben nach ihrer Verlegung in die Bundesrepublik. Methanol kommt häufig in schwarz gebranntem Alkohol vor.

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Nach dem tödlichen Zwischenfall ließ die Staatsanwaltschaft Kemer die Alkohlbestände des Hotels überprüfen. Insgesamt seien 37 Proben aus Flaschen mit alkoholischen Getränken genommen worden, meldete Anadolu. In einer davon sei ein hoher Anteil Methanol festgestellt worden. Daraufhin erließ das zuständige Gericht Haftbefehle gegen den für Speisen und Getränke in dem Hotel verantwortlichen Manager und den Chefeinkäufer des "Anatolia Beach Hotels".

Drei weitere Hotelangestellte, bei denen es sich um Bedienungspersonal und einen Barmann handeln soll, gelten ebenfalls als Verdächtige, wurden nach einer staatsanwaltschaftlichen Vernehmung jedoch bis zum Beginn des Gerichtsverfahrens auf freien Fuß gesetzt. Nach einem Bericht der Zeitung "Milliyet" wird zudem der Alkohol-Lieferant des Hotels mit Haftbefehl gesucht.

In Lübeck teilte die Staatsanwaltschaft unterdessen mit, bei Obduktionen sollten klären, ob sich die am Wochenende gestorbenen 17 und 19 Jahre alten Lübecker Komapatienten wie ihr 21-jähriger in der Türkei gestorbener Mitschüler durch gepanschten Alkohol vergifteten.

Bei den zwei Schülern war nach Angaben der Universitätsklinik Schleswig-Holstein am Sonnabend der Hirntod festgestellt worden. Die beiden Teenager hatten zusammen mit Mitschülern während einer Klassenfahrt nach Antalya mutmaßlich mit Methanol versetzten Alkohol getrunken und waren danach ins Koma gefallen. Am Donnerstag waren sie von der Türkei nach Lübeck ausgeflogen worden.

afp