Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Verletzte und Millionenschäden bei schweren Bränden an Weihnachten
Nachrichten Panorama Verletzte und Millionenschäden bei schweren Bränden an Weihnachten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:50 26.12.2011
In Achtrup (Kreis Nordfriesland) brannte in der Nacht zum Montag ein Reetdachhaus aus, der Schaden beläuft sich auf rund 400.000 Euro. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Die Feuerwehren haben ein trauriges Fazit der Festtage gezogen: Kerzen lösten Brände aus, Häuser standen in Flammen, Menschen verletzten sich schwer, die Schäden erreichten Millionenhöhe. Ein sieben Jahre altes Mädchen zog sich Heiligabend beim Krippenspiel in einer Kirche in Schleswig-Holstein schwerste Brandwunden zu. Es rang am Montag noch in einer Klinik um sein Leben.

Das Kind war in der katholischen Kirche in Bad Segeberg als Lämmchen verkleidet, als sein Kostüm an einer Kerze Feuer fing. Zwar leistete ein Gemeindemitglied sofort Erste Hilfe. Doch das Mädchen erlitt schwere Verletzungen am Kopf, an beiden Armen, Hals und Brust, wie ein Polizeisprecher am Montag in Elmshorn berichtete. Auch der Helfer lag mit schweren Brandwunden an beiden Händen im Krankenhaus.

Anzeige

In Berlin verletzten sich am ersten Weihnachtstag zwölf Menschen bei einem Großbrand im Künstlerhaus Bethanien im Stadtteil Kreuzberg. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Brandstiftung. Voller Panik sprangen zwei Männer aus dem Fenster und verletzten sich dabei schwer, wie die Feuerwehr mitteilte. Zehn Menschen kamen mit Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser. 26 Menschen mussten aus dem Wohnhaus neben dem Kulturzentrum in Sicherheit gebracht werden.

Die Beamten prüfen, ob Brandbeschleuniger im Spiel waren. Am Montag lagen noch keine Ergebnisse vor. „Das kann noch Tage dauern“, sagte eine Polizeisprecherin. Das Feuer war am Sonntag zeitgleich im Keller und im Treppenhaus des Gebäudes ausgebrochen. Das deute auf eine mögliche Brandstiftung hin, hieß es bei der Feuerwehr.

Einen weiteren Großeinsatz gab es im Ruhrgebiet: Ein Busdepot in Bottrop mit knapp 70 Linienbussen brannte am ersten Weihnachtstag fast völlig aus. Verletzte habe es nicht gegeben, teilte die Feuerwehr mit. Der Schaden wird auf rund 17 Millionen Euro geschätzt. Die Brandursache war zunächst unklar. Die einsturzgefährdete Halle müsse auskühlen, bevor die Ermittler mit ihrer Arbeit beginnen könnten, sagte ein Polizeisprecher.

Im bayerischen Sankt Wolfgang verendeten in der Nacht zum Sonntag 600 Schweine auf einem brennenden Bauernhof. Wie die Polizei in Ingolstadt mitteilte, beträgt der Schaden etwa eine Million Euro. Die Brandursache war zunächst unklar. Mit dem Schrecken kamen die Gäste eines Hotels im Salzburger Skigebiet Saalbach-Hinterglemm davon. Bei dem Großbrand wurde keiner der 120 Gäste verletzt. Ein technischer Defekt wurde als Ursache vermutet - ein Millionenschaden entstand.

dpa