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Panorama Vier Tote, Verwüstungen und Bahnchaos
Nachrichten Panorama Vier Tote, Verwüstungen und Bahnchaos
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08:49 01.03.2010
Feuerwehrleute sägen an einer umgefallenen Birke in Göttingen.
Feuerwehrleute sägen an einer umgefallenen Birke in Göttingen. Quelle: dpa
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Sturmtief „Xynthia“ hat am Wochenende in Niedersachsen ein Todesopfer gefordert und für starke Verkehrsbehinderungen gesorgt. Ein 46 Jahre alter Mann kam am Sonntagabend bei Bückeburg (Kreis Schaumburg) bei mit seinem Auto von der Fahrbahn ab. Wie die Polizei mitteilte, verlor er bei starkem Wind die Kontrolle über seinen Wagen und krachte mit voller Wucht gegen einen Baum. Er starb noch am Unfallort.

Auch im Raum Göttingen waren Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz. Aufgrund von umherfliegenden losen Teilen, Verkehrsschildern und entwurzelter Bäume musste die B27 zwischen Elbergötzen und Göttingen abgeriegelt werden.

Nachdem in Nordrhein-Westfalen wegen des Orkantiefs „Xynthia“ am Sonntag der Schienenverkehr komplett stillgestanden hatte, nahm die Bahn am Montagmorgen langsam wieder den Betrieb auf. „Die ersten Züge fahren wieder“, sagte ein Sprecher. Das betreffe vor allem den Personen-Fernverkehr. Welche Züge wieder fahren und wie die Störungen den morgendlichen Berufsverkehr beeinflussen werden, konnte der Sprecher noch nicht sagen.

Auch im Saarland und in Rheinland-Pfalz kontrollierte die Bahn nach Angaben eines Sprechers in der Nacht zum Montag, auf welchen Strecken ein problemloser Betrieb möglich ist. Der regionale Verkehr war in beiden Ländern aus Sicherheitsgründen eingestellt worden.

Aufräumarbeiten im Südwesten Deutschlands

Während die Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehren und der Technischen Hilfswerke im südwestlichen Teil Deutschlands bereits die Sturmschäden aufräumten, bereitete sich Brandenburg in den frühen Morgenstunden auf den Orkan vor. „Wir sind gewappnet“, sagte ein Sprecher der Polizei in Brandenburg.

In den anderen Bundesländern hat „Xynthia“ mittlerweile deutlich an Kraft verloren. Nach Mitternacht gingen bei den Polizeistationen keine größeren Schadensmeldungen oder Notrufe mehr ein, sagten die Sprecher übereinstimmend. In der Nacht hatten die Einsatzkräfte lediglich mit herabstürzenden Dachziegeln, umgestürzten Bäumen und regionalen Stromausfällen zu kämpfen. Weitere schwere Schäden oder verletzte Menschen meldeten die Polizeidienststellen nicht. Der Deutsche Wetterdienst hob die Unwetterwarnung für Mitteldeutschland am frühen Montagmorgen wieder auf.

Ein Sprecher des Lagezentrums beim rheinland-pfälzischen Innenministerium in Mainz sagte: „Die Aufräumarbeiten sind im Gange, beziehungsweise sie sind in der Dunkelheit unterbrochen worden.“ Sie gingen am Montag weiter und würden wohl auch in den kommenden Tagen andauern. „Hier ist mittlerweile alles in Ordnung“, sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Saarbrücken am Montagmorgen.

Die Sperrung der Autobahn 3 bei Frankfurt/Main ist mittlerweile wieder aufgehoben. Die A3 wurde aufgrund des extrem starken Windes am Sonntagnachmittag aus Sicherheitsgründen abgeriegelt. Im gesamten Bundesgebiet sind Polizeiangaben zufolge mittlerweile nur noch kleinere Straßen gesperrt, Autobahnen und Bundesstraßen sind in fast allen Regionen geräumt und freigegeben. Im Westerwald sind jedoch bis auf weiteres die B54 und die B414 gesperrt.

Mehr als 50 Tote in Westeuropa

Das Orkantief „Xynthia“ hatte am Sonntag eine Schneise der Verwüstung durch Westeuropa gezogen und mindestens 54 Menschen in den Tod gerissen. In Frankreich kamen 45 Menschen vor allem bei Überschwemmungen an der Atlantikküste ums Leben, wie das Innenministerium nach einer Krisensitzung am Sonntagabend mitteilte. In Deutschland starben mindestens fünf Menschen, meist durch umstürzende Bäume. Hier wüteten die bis zu 166 Kilometer schnellen Böen am heftigsten in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein- Westfalen.

Im südhessischen Biblis wurde ein Zweijähriger in einen Fluss geweht und konnte nur noch tot geborgen werden. Im Schwarzwald kam ein 74-jähriger Autofahrer ums Leben, bei Wiesbaden ein 69 Jahre alter Wanderer. In Nordrhein-Westfalen starben eine Joggerin und eine Autofahrerin. Der Sturm richtete Millionenschäden an. „Xynthia“ sei ein Sturmtief, „wie man es nicht jedes Jahr hat“, sagte Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Die höchste Windgeschwindigkeit in Deutschland wurde nach DWD-Angaben mit 166 Kilometern pro Stunde am 557 Meter hohen Weinbiet bei Neustadt/Weinstraße (Rheinland-Pfalz) gemessen.

EU will Sturmopfern helfen

Die Europäische Union ist zur Hilfe für die Opfer des schweren Sturms „Xynthia“ bereit. Die EU-Kommission werde Hilfe für die am meisten betroffenen Länder prüfen, erklärte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Sonntagabend in Brüssel. Er bekundete seine Anteilnahme und seine Solidarität mit den Opfern.

EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek erklärte, es seien Zahlungen aus dem EU-Solidaritätsfonds möglich, mit denen ein Teil der Wiederaufbaumaßnahmen finanziert werden könnte. Das Parlament werde über derartige Anträge auf Hilfe rasch entscheiden. Sein Solidarität gelte allen Opfern, vor allem aber jenen in den besonders schwer getroffenen Teilen Frankreichs.

Schaden. Dagegen verletzte sich eine Person leicht, als ihr Plastikteile einer Litfaßsäule ins Gesicht wehten. Wegen des Unwetters fuhren Polizei und Feuerwehr in Hannover über 100 Einsätze.

lni