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Panorama Vom Hausmeister zum Facility-Manager – was es mit englischen Jobbezeichnungen auf sich hat
Nachrichten Panorama Vom Hausmeister zum Facility-Manager – was es mit englischen Jobbezeichnungen auf sich hat
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11:01 03.06.2019
Wenn die Bankkauffrau in der Stellenanzeige Cash-Relation-Officer heißt, sind auch Bewerber zum Teil verwirrt. Quelle: iStockphoto
Hannover

Wer Happiness-Manager ist, muss glücklich sein im Beruf – könnte man denken. Dabei sind diese Berufsbezeichnungen keine Scherztitel, sondern Begriffe aus der sogenannten New Work, der neuen Arbeit. Eine Entwicklung, die auf den veränderten Arbeitsmarkt durch die Digitalisierung abzielt.

Happiness-Manager kümmern sich um die Verwaltung und Versorgung des Teams. Ihr Job ist es, für das allgemeine Wohlbefinden im Unternehmen zu sorgen. Häufiger suchen Firmen nach einem Customer-Happiness-Manager, einem Mitarbeiter also, der Kunden glücklich machen soll. In der Old Work heißt das wohl Kundenbetreuer.

Englische Jobbezeichnungen sind neuen Berufsbildern geschuldet

Den Titel des Happiness-Managers findet Jochen Mai eher grenzwertig. „Ein Job wird ja nicht besser, nur weil er anders betitelt wird“, sagt der Geschäftsführer und Chefredakteur von karrierebibel.de. Manche Berufsbezeichnungen würden durch Bling-bling-Titel einfach nur aufgehübscht und blieben dabei aussagelos. Dennoch seien englische Jobnamen keineswegs nur Titelkosmetik. Oft seien sie auch neuen Berufsbildern geschuldet.

Hinzu komme, dass die Internationalisierung nicht nur bei großen Firmen, sondern auch bei Mittelständlern voranschreite – da seien englische Berufsbezeichnungen sinnvoll. „Auch der chinesische oder südamerikanische Kunde muss wissen, mit wem er es zu tun hat.“ Und was ist mit dem Facility-Manager in einem Mietshaus in Bochum? „Der nennt sich sowieso weiterhin Hausmeister“, sagt Mai.

Englische Jobnamen verwirren in Stellenanzeigen

Trotzdem müsse sich ein Facility-Manager wegen einer solchen Berufsbezeichnung sicherlich rechtfertigen, meint Reiner Pogarell. Dem Leiter des Instituts für Betriebslinguistik in Paderborn geht die Namensbildung bei Berufen zu sehr danach, was sich gut und wichtig anhört. Wenn eine englische Jobbezeichnung auf der Visitenkarte stehe, müssten viele dennoch erklären, was sie beruflich machen.

Er beobachtet immer häufiger, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter per Stellenanzeige mit englischen Jobnamen suchen, auf die sich kaum jemand bewirbt. „Übernimmt dann eine bezahlte Personalagentur die Suche, werden die Anzeigen wesentlich einfacher und auf Deutsch formuliert“, sagt Pogarell. „Und plötzlich bewerben sich Leute.“

Die Bankkauffrau heißt jetzt Cash-Relation-Officer

Tatsächlich sorgen viele Jobbezeichnungen bei potenziellen Bewerbern für Verwirrung, da nicht klar ist, um welche Position es sich handelt. Menschen suchen in den meisten Fällen nach dem Beruf, den sie erlernt haben, oder nach dem Inhalt des Berufs, den sie ausüben möchten. Da kann ein Anglizismus hinderlich sein.

Eine gelernte Bankkauffrau wird sich eher auf ein Stellenangebot zur Bankkaufrau als zum Cash-Relation-Officer melden. Andere Berufsbezeichnungen dagegen haben sich im Laufe der Zeit herumgesprochen. Mittlerweile ist der Name des Key-Account-Managers, also desjenigen, der Großkunden innerhalb eines Unternehmen betreut, oder des Sales-Managers als Produktverkäufer im deutschen Sprachgebrauch geläufig.

Jobtitel dürfen nicht lächerlich wirken

Jobtitel dürfen aber nicht lächerlich wirken. Dann kehrt sich der Effekt, einen Beruf und damit den Mitarbeiter aufwerten zu wollen, ins Negative um. Auch kommt es darauf an, eine gute Balance zu finden. Wenn es in einer Firma plötzlich 25 Head-of’s und vier Officer gibt, dafür aber nur fünf normale Angestellte, wirkt das nach außen nicht nur befremdlich, sondern kann auch im Unternehmen dafür sorgen, dass sich Unzufriedenheit breitmacht – sowohl unter jenen mit Titel als auch unter jenen Mitarbeitern ohne. Und wenn dann noch der Outplacement-Consultant am Empfang steht, sinkt die Laune weiter. Der nämlich berät das Unternehmen bei Entlassungen von Mitarbeitern.

Von Heike Manssen/RND

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