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Panorama Waschbären breiten sich aus
Nachrichten Panorama Waschbären breiten sich aus
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09:49 06.11.2009
Von Saskia Döhner
Auf dem Vormarsch: Der Waschbär. Quelle: Udo Heuer
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Danach sind im vergangenen Jahr ingesamt 4093 Waschbären geschossen und in Totschlagfallen gefangen worden. Das sind 30 Prozent mehr als 2007. Dies belegt der jetzt veröffentlichte Landesjagdbericht 2008. Die meisten Tiere wurden in Südniedersachsen erlegt, allein 1187 im Kreis Göttingen, gefolgt von den Kreisen Northeim (772), Holzminden (625), Lüchow-Dannenberg (390), Goslar (272) und Hameln-Pyrmont (245).

Die Region Hannover verzeichnet 52 getötete Waschbären. Wie Stephan Johanson von der Landesjägerschaft sagte, zieht es Waschbären in die Städte, wo sie leicht Nahrung fänden: Waschbärhauptstadt sei Kassel. Für Menschen berge der Kontakt zu Waschbären Gefahren, heißt es in dem Jagdbericht. Denn bis zu 70 Prozent der Tiere seien von einem Spulwurm befallen, den die Bären aus ihrer ursprünglichen Heimat Nordamerika mit nach Mitteleuropa gebracht hätten.

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Dieser Parasit habe in den USA schon zu schweren Erkrankungen vor allem bei Kindern und Jugendlichen geführt. Freilebende Waschbären gibt es in Deutschland erst seit 1934, als am hessischen Edersee einige Tiere ausgesetzt wurden. In Niedersachsen tauchten 1952 bei Hardegsen im Kreis Northeim die putzigen Bären erstmals auf. Waschbären essen wie Füchse und Dachse gern Eier von Rebhühnern, Fasanen und Wachteln, aber auch Insekten und Amphibien. Es sei nicht erwiesen, dass die Waschbären einheimischen Tierarten Konkurrenz bei der Futtersuche machten, sagte Johanson.