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Panorama Waschbären breiten sich weiter aus
Nachrichten Panorama Waschbären breiten sich weiter aus
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11:24 05.11.2009
Der Waschbär wird allmählich zur Plage in Nierdersachsen. Quelle: ddp
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Vor 25 Jahren hatte der Waschbär im Landesjagdbericht dagegen noch so gut wie keine Rolle gespielt, weil keine Exemplare geschossen wurden. Schwerpunkt der Waschbärenpopulation ist das südliche Niedersachsen. Allein im Landkreis Göttingen wurden im vergangenen Jahr fast 1200 Tiere erlegt. Es folgen die Kreise Northeim (772) und Holzminden (625). Auch im niedersächsischen Teil des Harzes sowie in den Kreisen Hameln-Pyrmont, Hildesheim und Lüchow-Dannenberg gibt es mittlerweile dreistellige Abschusszahlen. Weitgehend waschbärenfrei scheinen nur noch wenige Landkreise im Nordwesten des Landes zu sein. Zumindest gibt es aus dieser Region keine offiziell gemeldeten Abschüsse.

Jäger gehen davon aus, dass sich aus der seit Jahren kontinuierlich steigenden Abschusszahl eindeutige Rückschlüsse auf die wachsende Waschbärpopulation ziehen lassen. Auf jedes geschossene Tier komme eine deutlich größere Zahl lebender Waschbären.

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Für Menschen ist der Kontakt mit Waschbären nicht ohne Risiko. Im Landesjagdbericht wird ausdrücklich davor gewarnt. Denn die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere haben aus ihrer Heimat einen bis dahin in Mitteleuropa unbekannten Spulwurm eingeschleppt, „der in den USA für schwere Erkrankungen und Todesfälle bei Menschen, insbesondere bei Kinder und Jugendlichen, verantwortlich gemacht“ werde. Bis zu 70 Prozent der Tiere seien von dem Parasiten befallen.

Frei lebende Waschbären gibt es in Deutschland erst seit 1934. Damals wurden am nordhessischen Edersee einige Exemplare ausgesetzt, die sich in der Folgezeit immer weiter ausbreiteten. In Niedersachsen wurden die ersten Waschbären im Jahr 1952 bei Hardegsen im Kreis Northeim nachgewiesen.

lni