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Panorama Weniger Hasen auf Niedersachsens Feldern
Nachrichten Panorama Weniger Hasen auf Niedersachsens Feldern
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10:42 30.03.2012
In Niedersachsen gibt es immer weniger Feldhasen. Quelle: dpa
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Hannover

Auch über die niedersächsischen Felder sind im vergangenen Jahr weniger Hasen gehoppelt als 2010. Wie im bundesweiten Durchschnitt wurden im Frühjahr 2011 rund 12 Hasen pro Quadratkilometer gezählt, einer weniger als noch ein Jahr zuvor. Das teilte die Landesjägerschaft (LJN) wenige Tage vor Ostern am Freitag mit. Grundlage sind die Daten aus der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE). Vor allem im Westen und Nordwesten sind danach zum Teil spürbare Rückgänge zu verzeichnen.

„Wir Jäger sind uns unserer Verantwortung im Sinne der Nachhaltigkeit bewusst – dort wo Besatzzahlen rückläufig sind, wird nicht nur die Bejagung entsprechend angepasst, sondern es werden auch eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes durchgeführt“, erklärte LJN-Präsident Helmut Dammann-Tamke.

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Neben den kalten Wintern sind nach Einschätzung des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) in Berlin vor allem die Zusammenlegung von Ackerflächen und der Anbau von Mais auf früheren Brachflächen für den Rückgang der Feldhasenbestände verantwortlich.

„Die nicht nur für den Hasen so wichtigen Brachflächen sind seit dem Jahr 2000 bundesweit auf ein Viertel zurückgegangen“, warnte DJV-Sprecher Torsten Reinwald. In Niedersachsen seien von 125.000 Hektar nur noch 29.000 übrig geblieben. Im gleichen Zeitraum habe sich die für den Maisanbau genutzte Fläche mehr als verdoppelt.

„Durch die Zusammenlegung von Ackerflächen verschwinden die Feldränder“, erklärte Reinwald weiter. Vor allem dort aber fänden die wählerischen Hasen schmackhafte Gräser, Kräuter, Klee, Knospen, Rinde und Kohl. „Randstreifen sind überlebenswichtig für viele Tierarten“, betonte der DJV-Sprecher.

Ein entscheidender Grund für den Rückgang seien auch die überdurchschnittlich kalten und langen Winter 2009/10 und 2010/11. Im März und April setzen Häsinnen unter freiem Himmel die ersten Jungtiere, vieles hängt dann vom Wetter ab. Dazu käme der Fuchs als räuberischer Allesfresser, sagte Reinwald. Die Jäger selbst hätten die Jagd angepasst und 370 000 Hasen erlegt – rund ein Drittel weniger als noch drei Jahre zuvor.

Der DJV hatte im Frühjahr und Herbst bundesweit die Hasen in über 400 Referenzgebieten gezählt. Die Jäger zählten zwischen 5 Feldhasen pro Quadratkilometer im Osten Deutschlands und 26 Hasen in der nordwestdeutschen Tiefebene.

Nordrhein-Westfalen ist das Hasenland Nummer eins. Dort werden in manchen Gebieten sogar bis zu 242 Hasen pro Quadratkilometer gezählt“, sagte Reinwald. Die gute Nachricht zu Ostern: Nach einer Hochrechnung hoppeln laut DJV noch vier bis sechs Millionen Hasen über bundesdeutsche Wiesen und Felder.

dpa

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