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Panorama Wetterexperte Jörg Kachelmann bleibt in Haft
Nachrichten Panorama Wetterexperte Jörg Kachelmann bleibt in Haft
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21:03 24.03.2010
„Ich bin unschuldig“, sagte Jörg Kachelmann gestern zu Journalisten, bevor er sich wieder in die Justizvollzugsanstalt bringen ließ. Quelle: dpa
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Genützt haben ihm seine Beteuerungen bisher nichts. Die Staatsanwaltschaft spricht weiter von einem dringenden Tatverdacht und betont: „Wir schätzen die Aussagen der Frau als glaubhaft ein.“ Am gestrigen Nachmittag wurde dann verkündet: Kachelmann bleibt vorerst in Untersuchungshaft.

Begleitet von einem seiner Anwälte, dem Strafverteidiger Reinhard Birkenstock, verließ der 51-Jährige müde lächelnd das Gebäude und stieg im Hof des Gerichts wieder in den Kastenwagen der Polizei. Ein bisschen sah er dabei aus wie bei seinen populären abendlichen Auftritten vor der Wetterkarte, nur der gewohnte Bart fehlte. Kachelmann trug Jeans und ein schwarz-weißes Ringelhemd unter der dunklen Lederjacke.

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Umfassend hatte der Schweizer sich zuvor zu den Vorwürfen einer 36 Jahre alten Frau geäußert, die er im vergangenen Februar vergewaltigt haben soll. Deren Anwalt betonte erneut, dass seine Mandantin die Wahrheit sage. Es gebe zahlreiche Beweise, sagte Thomas Franz gestern. Die Frau habe sich in der Gynäkologie in Heidelberg untersuchen lassen, dabei seien „tattypische Verletzungen“ nachgewiesen worden. Außerdem liege ein rechtsmedizinisches Gutachten vor, das ihre Aussagen bestätige. Seine Mandantin habe mit Kachelmann eine langjährige Beziehung gehabt. Unmittelbar nach der Tat habe sie ihn angezeigt. Die Frau werde psychotraumatologisch behandelt und könne derzeit nicht arbeiten, erklärte Franz weiter.

Ursprünglich hatte gestern ein Haftrichter entscheiden sollen, ob Kachelmann auf freien Fuß kommt. Doch dann hatte Kachelmanns Anwalt den Antrag auf Haftprüfung zurückgezogen – offenbar will er zunächst weitere Beweise für die Verteidigung des Wetterexperten zusammentragen. Hätte der Richter gestern die Fortdauer der U-Haft angeordnet, hätte Kachelmanns Anwalt frühestens in drei Monaten erneut einen Haftprüfungsantrag stellen können. Birkenstock kritisierte am Mittwoch im Sender N24: „Man ist in Deutschland, wenn ein solcher Verdacht an einem hängt, schnell verhaftet. Die Enthaftung dauert in der Regel länger.“ Er erwarte dennoch, dass seitens der Anklagebehörde und des Gerichts „neu nachgedacht“ werde.

Die Staatsanwaltschaft wollte gestern zum Inhalt der Aussage Kachelmanns keine Details veröffentlichen. Sie erklärte nur: „Vonseiten der Verteidigung wurde angekündigt, Beweisanträge einzureichen und zu gegebener Zeit einen neuen Antrag auf Haftprüfung zu stellen.“

Der TV-Moderator war am vergangenen Wochenende auf dem Rückweg von den Olympischen Spielen im kanadischen Vancouver auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet worden. Umgehend hatten sowohl seine Anwälte als auch eine Sprecherin seines Schweizer Unternehmens meteomedia die Vorwürfe dementiert und angekündigt, Kachelmann werde sich dagegen juristisch zur Wehr setzen. Von der ARD gibt es bisher keine Stellungnahme zu dem Fall.

dpa

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