Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Panorama Zahl der vermissten Deutschen steigt auf zwölf
Nachrichten Panorama Zahl der vermissten Deutschen steigt auf zwölf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:27 16.01.2012
Foto: Nach der Havarie der „Costa Concordia“ werden zwölf Deutsche vermisst.
Nach der Havarie der „Costa Concordia“ werden zwölf Deutsche vermisst. Quelle: dpa
Anzeige
Nürnberg/München

Die Zahl der vermissten Kreuzfahrt-Passagiere aus Deutschland hat sich auf zwölf erhöht. Eine Sprecherin des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) bestätigte, dass es nach der Havarie der „Costa Concordia“ vor der toskanischen Küste einen „Vermisstenfall in Bayern“ gebe. Das bedeute aber nicht unbedingt, dass die Person im Schiffsrumpf eingeschlossen sei. Viele Passagiere hätten, ohne sich amtlich registrieren zu lassen, die Heimreise auf eigene Faust angetreten.

Bisher hatten deutsche Polizeidienststellen elf Vermisste aus anderen Bundesländern gemeldet. Nach Medienberichten ist unter den vermissten deutschen Passagieren der verunglückten „Costa Concordia“ als zwölfter Fall eine Frau aus Mittelfranken. Es handele sich dabei um eine 52-Jährige aus der Nähe von Nürnberg, berichtete der Radiosender „Antenne Bayern“ am Montag.

Der Sender beruft sich dabei auf einen Bericht einer Freundin, die ebenfalls an Bord des Kreuzfahrtschiffs gewesen sei, sich aber habe retten können. 

„Kapitän auf Brücke“ mit eigener Route

Der Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ hat nach Ansicht von Costa Kreuzfahrten die Route eigenmächtig geändert. „Für uns stellt es sich so dar“, sagte der deutsche Niederlassungsleiter Heiko Jensen am Montag in Hamburg. Felsen vor der Insel Giglio seien auf den Karten eingezeichnet gewesen, ergänzte der Manager. Nach derzeitigem Ermittlungsstand scheine menschliches Versagen der Schiffsführung zu dem Unglück mit sechs Toten geführt zu haben.

„Der Kapitän war zum Zeitpunkt des Unfalls auf der Brücke und hat das Schiff manuell gesteuert“, berichtete Jensen. Einzelheiten zum technischen Ablauf erhofft sich die Reederei von der Auswertung der von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten „Black Box“. Auf der „Costa Concordia“ hat es nach Angaben des Managers keine Verständigungsschwierigkeiten innerhalb der Besatzung gegeben. Die aus zahlreichen Ländern stammende Crew spreche miteinander Englisch. „Insofern ist ein Verständigung insbesondere in Krisensituationen gewährleistet“, sagte Jensen.

Entschädigung für Reisende

Das Unternehmen will Reisende der „Costa Concordia“ entschädigen, sagte Jensen. Derzeit werde Kontakt mit den Gästen aufgenommen. An Bord waren mehr als 4200 Menschen, darunter 566 Deutsche. Zur Zahl der noch Vermissten wollte sich Jensen nicht äußern. Nach deutschen Polizeibehörden sind es aktuell mindestens zwölf.

Mehrmals betonte Jensen die Sorge um die Vermissten. Die Rückkehr der deutschen Gäste in ihre Heimat habe für die italienische Reederei Costa Crociere oberste Priorität. In Telefonaten mit den Rückkehrern wollen sich die Costa-Manager einen Eindruck von den tragischen Ereignissen an Bord vermitteln lassen. Gleichzeitig soll der materielle Schaden erfasst und ausgeglichen werden, der den Touristen entstanden ist. Durchschnittlich wurden rund 700 Euro für die siebentägige Kreuzfahrt bezahlt.

Urlauber, die am 14. und 21. Januar ihre Reise auf der „Concordia“ antreten wollten, erhalten den Reisepreis erstattet sowie eine kostenlose andere Kreuzfahrt des Unternehmens angeboten. Wollen sie auf diese alternative Reise verzichten, bekommen sie stattdessen dreißig Prozent des ursprünglichen Reisepreises noch hinzu, wie der Deutschland-Chef erläuterte.

Zum Gesamtschaden für den Kreuzfahrt-Anbieter konnte er noch nichts sagen. Es komme auch darauf an, ob das versicherte Schiff geborgen werden könne und eine Reparatur möglich sein werde. Ein niederländisches Spezialunternehmen sei mit der Bergung des Schiffes beauftragt worden.  

dpa

Mehr zum Thema

Nach dem Schiffsunglück vor der italienischen Küste ist das Schicksal mehrerer deutscher Passagiere nach wie vor ungeklärt. Das Auswärtige Amt sprach am Montag von einer Zahl „im niedrigen zweistelligen Bereich“. Ein Sprecher sagte: „Wir wissen nicht, wo sie sind.“ Mittlerweile haben Spezialkräfte der Feuerwehr an Bord der "Costa Concordia" ein weiters Todesopfer entdeckt.

16.01.2012

Nach der schweren Havarie des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia mit 4200 Menschen an Bord erheben Experten schwere Vorwürfe gegen den Kapitän. Der 52-Jährige sei einen "absonderlichen Kurs" gefahren. Mehrere Deutsche werden noch vermisst.

16.01.2012

Taucher haben zwei Leichen im Rumpf des havarierten Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ gefunden. Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag. Damit steigt die Zahl der Opfer des Schiffbruchs vor der toskanischen Küste auf fünf.

15.01.2012