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Panorama Zollbeamte vernichten neun Tonnen Drogen
Nachrichten Panorama Zollbeamte vernichten neun Tonnen Drogen
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14:51 27.12.2018
Bewaffnete Polizisten neben sichergestellten Kokainpaketen aus einem Lastwagen. (Archivbild) Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
Hamburg

Bei einer verdeckten Aktion haben Zollbeamte im Großraum Hamburg neun Tonnen Drogen mit einem Straßenverkaufswert von mehr als einer halben Milliarde Euro vernichtet. Mit mehreren gesicherten Transportern und bewaffneten Eskorten sei das Rauschgift in der vergangenen Woche zur Verbrennung transportiert worden, sagte ein Sprecher des Zollfahndungsamtes Hamburg am Donnerstag.

Die etwa 2,4 Tonnen Kokain und 6,7 Tonnen Apaan – ein Grundstoff zur Herstellung von Meth-Amphetamin - stammten aus unterschiedlichen Straftaten im Norden, die Verfahren aus den Jahren 2017 und 2018 seien inzwischen rechtskräftig abgeschlossen. Um welche Fälle es sich genau handelte, wollte der Sprecher nicht sagen. Das Gesamtwert belief sich auf 520 Millionen Euro.

Rekordfunde von 2017 wurden wohl nicht erreicht

Trotz zahlreicher Drogenfunde wird der Zoll im Jahr 2018 voraussichtlich weniger Kokain sicherstellen als die gut sieben Tonnen des Vorjahres. Die Zahl der Großsicherstellungen liege auf hohem Niveau, sagte der Sprecher des Hamburger Zollfahndungsamts, Stephan Meyns. Die Gesamtmenge werde jedoch – wenn man die bisher veröffentlichten Funde addiere – geringer sein als 2017, heißt es auch vom Zollkriminalamt in Köln. Der Zoll erfasst nur seine eigenen Sicherstellungen. Doch auch die Polizei ist im Kampf gegen Drogen erfolgreich. Anfang November erwischten Hamburger Fahnder fünf Männer beim Abladen von 1,1 Tonnen Kokain aus einem Lastwagen.

Ob also die Rekordmenge von 2017, die das Bundeskriminalamt mit insgesamt 8,1 Tonnen angab, erreicht wird, ist unklar. Sicher ist jedoch, dass Polizei und Zoll nur einen Bruchteil dessen entdecken, was tatsächlich nach Deutschland gebracht wird. Der Großteil davon kommt über die Seehäfen Hamburg und Bremerhaven, sagte die Sprecherin des Zollkriminalamts, Ruth Haliti.

Kokain wird meist mit Rattengift gestreckt

Mit Kokain kann viel Geld verdient werden. Der Verkaufspreis liege zwischen 50 und 70 Euro pro Gramm, sagte Meyns. Der Zoll geht davon aus, dass reines Kokain auf die dreifache Menge gestreckt wird, bevor es auf den Markt kommt. Die Dealer verwendeten dabei Substanzen wie Levamisol, Rattengift und andere stimulierende, aber krebserregende Mittel. Levamisol ist ein Tiermedikament gegen Wurmbefall. Nebenwirkungen seien die Veränderung des Blutbildes, Verwirrungszustände, Schüttelfrost und Infektionen im Analbereich.

Das schreckt die Konsumenten aber nicht. Laut dem Weltdrogenbericht, den die Vereinten Nationen im Juni in Wien vorlegten, haben noch nie so viele Menschen auf der Welt Drogen genommen. Im Jahr 2016 hätten rund 275 Millionen Männer und Frauen mindestens einmal illegale Drogen konsumiert, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Drogenmärkte werden größer, konstatierte der Chef der UN-Abteilung für Drogen- und Verbrechensbekämpfung, Yury Fedotov. Die europäische Polizeibehörde Europol warnte Anfang Dezember vor der wachsenden Macht der organisierten Drogenbanden in Europa.

Von RND/dpa