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Panorama Zugunglück bringt Sicherheitsdebatte in Fahrt
Nachrichten Panorama Zugunglück bringt Sicherheitsdebatte in Fahrt
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14:55 22.05.2011
In Müllheim waren in der Nacht zum Sonnabend acht Waggons mit hochexplosiver Fracht entgleist. Quelle: dpa
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Es ist ein Ereignis, vor dem die Gegner der Bahn stets gewarnt haben: Ein mit gefährlicher Chemie beladener Güterzug verunglückt auf der Rheintalbahn, gefährdet Menschen und Umwelt. Die Strecke führt mitten durch Orte und Wohngebiete. Das Szenario ist Realität geworden. Die Kleinstadt Müllheim in Südbaden entging am Freitag nur knapp einer Katastrophe. Das befeuert die Ausbaudebatte.

„Gestern Viareggio, heute wir“, steht auf einem Protestplakat an der Bahnstrecke am Oberrhein. Im Bahnhof der italienischen Küstenstadt Viareggio war vor knapp zwei Jahren ein mit Flüssiggas beladener Güterzug explodiert. Er war nach einem Achsbruch entgleist. Es gab 31 Tote, Dutzende Verletzte; viele Häuser wurden zerstört.

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Müllheim hatte Glück, blieb von einer Explosion verschont. Aber Anwohner der viel befahrenen Nord-Süd-Bahnstrecke am Oberrhein fordern seit langem: Die beiden neuen Gleise, die die Bahn bauen will, sollen um die Orte herum geführt werden. Zudem sollen die häufig mit gefährlicher Fracht beladenen Güterzüge in Tunneln verschwinden, statt oberirdisch durch Baden zu rollen.

Die Rheintalbahn ist europaweit eine der wichtigsten Güterschienenstrecken. Die Bahn möchte zwei neue Gleise direkt neben der bestehenden Bahntrasse bauen. Sie wählt damit die kostengünstigste Variante. Noch mehr Züge als bisher würden dann durch die Städte fahren.

„Wir wollen überzeugt werden, dass die Sicherheit der Bürger angemessen berücksichtigt wird. Hier gibt es noch erheblichen Abstimmungsbedarf“, sagt die Landrätin des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald, Dorothea Störr-Ritter (CDU). Die Debatte drehte sich bislang vorrangig um die Themen Trassenführung und Lärmschutz. Dies ändere sich nun. „Das Thema Sicherheit muss obere Priorität haben“, sagt Störr-Ritter. Der Ausbau um zwei weitere Gleise werde auch deutlich erhöhte Güterzugzahlen zur Folge haben.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Patrick Rapp fordert ebenfalls Konsequenzen: „Das schlimme Güterzugunglück im Bahnhof in Müllheim verdeutlicht die Notwendigkeit einer schnellen Realisierung der menschen- und umweltgerechten Trassenführung beim Ausbau der Rheintalbahn.“ Das Unglück zeige, dass auch aus Sicherheitsgründen die Forderungen der Region Sinn machten.

Besonders anschaulich wird das Problem in Bad Bellingen im Kreis Lörrach. Die Züge rauschen mitten durch den Ort, nur wenige Meter entfernt von Wohnhäusern. Die Gemeinde will erreichen, dass alle Güterzüge künftig durch den Katzenbergtunnel geführt werden. Ein ähnliches Ziel verfolgt Offenburg.

Bahnchef Rüdiger Grube lehnt reine Güterzugtunnel ab: „Es macht aus betriebswirtschaftlicher und bahntechnischer Sicht keinen Sinn, die Nutzung eines Tunnels allein auf eine Zugart festzulegen.“ Die Bahn möchte jederzeit frei wählen können, welche Züge sie im Tunnel fahren lässt und welche auf der bestehenden Trasse. ICE-Züge könnten dann in schneller Fahrt durch Tunnel rauschen, während Chemiezüge weiterhin durch Dörfer rollen. Ein Vorhaben, dass die Bahnkritiker in Baden verhindern wollen.

dpa

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