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Deutschland / Weltweit 22.000 protestieren gegen Erdogan
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18:26 17.03.2012
Mitglieder der Alevitischen Gemeinde Deutschlands ziehen am Samstag mit über 20.000 Teilnehmern durch Bochum. Quelle: dpa
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Bochum

Mehr als 22 000 Menschen haben in Bochum friedlich gegen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und dessen Politik demonstriert. Anlass war die geplante Auszeichnung Erdogans mit dem „Steiger Award“ - eine Auszeichnung für Menschlichkeit und Toleranz. Der Regierungschef hatte seine Teilnahme an der für den Samstagabend geplanten Verleihung zwar wegen des Absturzes eines türkischen Militärhubschraubers am Freitag in Afghanistan kurzfristig abgesagt. Die aus Protest gegen die Ehrung angemeldeten Kundgebungen fanden dennoch statt.

Allein dem Aufruf der Alevitischen Gemeinde in Deutschland folgten Polizeiangaben zufolge 22 000 Menschen. „Wir fühlen uns nicht von Erdogan repräsentiert. Er ist ein lupenreiner Antidemokrat, der keinen Preis für Humanismus und Geradlinigkeit bekommen darf“, sagte der Generalsekretär der Alevitischen Gemeinde, Ali Dogan. Die Begründung für die Absage Erdogans sei für ihn eine „Schutzbehauptung“.

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Die Aleviten nahmen erst an einer Kundgebung im Bochumer Fußballstadion teil und zogen dann zum Bergbaumuseum. Auf den Plakaten der Demonstranten standen Sprüche wie: „Hier werden die Menschenrechte verSTEIGERt“ oder „Erdogan, du Absteiger“.

Außerdem hatten Kurden und Armenier zu Kundgebungen gegen Unterdrückung in der Türkei aufgerufen, an ihren Veranstaltungen beteiligten sich nach Polizeiangaben jedoch nur 400 beziehungsweise 80 Menschen. Insgesamt ging die Polizei am späten Nachmittag von etwas mehr als 22 000 Demonstranten aus. Vor Erdogans Absage waren bis zu 30 000 Teilnehmer erwartet worden. Busse kamen aus ganz Deutschland und auch aus europäischen Nachbarländern.

Die Aleviten warfen Erdogan die Unterdrückung ihres Glaubens vor. In dem Preis für Erdogan sahen die Protestierenden einen „Schlag ins Gesicht aller Minderheiten in der Türkei“.
Mit dem „Steiger Award“ sollten am Abend Königin Silvia von Schweden, Altbundespräsident Horst Köhler, Designer Wolfgang Joop, Journalist Peter Kloeppel, die Musiker Steven Sloane und Tim Bendzko sowie die Schauspieler Hannes Jaenicke und Christine Neubauer ausgezeichnet werden. Der Preis ist nach der traditionellen Aufsichtsperson im Bergbau, dem Steiger, benannt.

frx/dpa