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Deutschland / Weltweit 23 Tote bei Doppelanschlag im Libanon
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit 23 Tote bei Doppelanschlag im Libanon
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15:36 19.11.2013
Soldaten, ein Polizist und ein Sanitäter helfen den Verletzten bei den Explosionen an der iranischen Botschaft in Beirut.
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Beirut

Bei einem Selbstmordanschlag vor der iranischen Botschaft im Libanon sind am Dienstag 23 Menschen getötet worden. Das libanesische Gesundheitsministerium zählte nach dem Doppelanschlag, an dem zwei Attentäter beteiligt gewesen sein sollen, zudem 146 Verletzte.

Der Terroranschlag steht nach Ansicht von Beobachtern in Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg im benachbarten Syrien. Unter den Toten sind nach Angaben der Botschaft auch zwei Iraner. Einer von ihnen sei der Kulturattachée der Botschaft, Ibrahim Ansari, hieß es. Teheran macht Israel für den Anschlag verantwortlich.

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Die beiden Attentäter sprengten sich in Beiruts südlichem Vorort Al-Dschenah kurz hintereinander in die Luft. Das Viertel wird von der schiitischen Hisbollah kontrolliert. Der erste Terrorist soll einen Sprengstoffgürtel gezündet haben. Der zweite Attentäter benutzte nach Informationen der Sicherheitskräfte eine Autobombe mit erheblicher Sprengkraft. Die zweite Explosion zerstörte die komplette Fassade eines mehrstöckigen Wohnhauses. Die Führung in Teheran warf Israel vor, hinter diesem Anschlag zu stehen.

"Wir verurteilen diese unmenschliche Tat und machen die Zionisten (Israel) und ihre Söldner für diese Tat verantwortlich", sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham. Da der Anschlag in der Nähe der iranischen Botschaft passierte, werde der Iran die Angelegenheit mit großer Seriosität verfolgen, sagte die Sprecherin nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars. Die vom Iran aufgerüstete Hisbollah kämpft in Syrien zusammen mit den Truppen des Regimes von Baschar al-Assad gegen Aufständische. Der Iran unterstützt das syrische Regime zudem durch Militärberater.

Westliche Geheimdienste gehen außerdem davon aus, dass der Iran per Flugzeug Waffen an die syrischen Truppen liefert. Syrische Regierungstruppen sind in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Hisbollah-Kämpfern weiter in Gebiete im Umland der Großstädte Damaskus und Aleppo vorgerückt, die bislang unter der Herrschaft der Rebellen standen. Der iranische Botschafter in Beirut, Ghadhanfar Rokon Abadi blieb bei dem Anschlag am Dienstag unverletzt. Er sagte: "Derartige Terroroperationen werden den Iran nicht von seinem Weg abbringen."

Der amtierende libanesische Regierungschef Nadschib Mikati sagte, es sei nicht akzeptabel, dass jemand versuche, "den Libanon als Schauplatz zu benutzen, um politische Botschaften in die eine oder andere Richtung von sich zu geben". In Teheran sagte ein iranischer Kommandeur, dass die "Ausradierung Israels von der Weltfläche" immer noch zu den Prinzipien der den Revolutionsgarden untergeordneten Basidsch-Milizen gehöre.

"Wir zählen daher die Sekunden, bis wir die Muslime in den besetzten Gebieten (gegen Israel) verteidigen können", sagte Basidsch- Kommandeur Mohammed Resa Naghdi. Die Regierung von Präsident Hassan Ruhani hat sich von solchen Drohungen, die während der achtjährigen Präsidentschaft von Mahmud Ahmadinedschad an der Tagesordnung waren, distanziert.

dpa

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