Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit 6,75 Millionen Ausländer leben in Deutschland
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit 6,75 Millionen Ausländer leben in Deutschland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:27 31.03.2011
Zum Jahresende 2010 lebten rund 6,75 Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit in der Bundesrepublik. Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige

Erstmals seit fünf Jahren leben wieder mehr Ausländer in Deutschland. Rund 6,75 Millionen Menschen mit ausschließlich nicht-deutscher Staatsangehörigkeit waren Ende 2010 in der Bundesrepublik gemeldet. Das waren 58.800 (plus 0,9 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. „Zwischen 2006 und 2009 war die Zahl leicht rückläufig.“ Rund 472.100 Ausländer sind 2010 nach Deutschland gezogen oder hier zur Welt gekommen. Das waren 59 700 mehr als im Jahr zuvor. Zugleich haben etwa 300.700 Ausländer das Land verlassen oder sind gestorben - 11.300 weniger als 2009. Etwa jeder fünfte der 6,75 Millionen Ausländer ist in Deutschland geboren. Die Zuwanderer leben im Durchschnitt seit fast 19 Jahren in Deutschland.

Mehr als jeder dritte (36 Prozent) Ausländer in Deutschland stammt aus einem der 27 EU-Mitgliedsstaaten. Die Zahl der Europäer nahm mit 75.400 (plus 3,2 Prozent) innerhalb eines Jahres auch besonders stark zu. Als Hauptursache nennen die Statistiker Zuwanderung. Den größten Zuwachs gab es mit 21.600 Menschen bei Rumänen, gefolgt von Polen und Bulgaren. Prozentual gesehen war der Anstieg aus Lettland, Bulgarien und Rumänien am höchsten. Griechenland ist der einzige EU-Mitgliedsstaat, aus dem nennenswert weniger Menschen in Deutschland lebten als im Vorjahr (minus 1400).

Anzeige

Wichtigstes Herkunftsland ist nach wie vor die Türkei, gefolgt von Italien und Polen. Fast jeder vierte Ausländer in Deutschland stammt aus der Türkei. Zugleich sinkt die Zahl der Türken in Deutschland seit dem Höchststand vor zwölf Jahren ständig - von damals 2,1 Millionen auf inzwischen 1,6 Millionen. Als Gründe nennen die Statistiker neben Einbürgerungen und Sterbefällen auch Rückkehrer.

Entgegen dem Bundestrend ist der ohnehin relativ niedrige Anteil der Ausländer an der Bevölkerung in Niedersachsen leicht gesunken. Ende 2010 lebten nach einer am Donnerstag vom statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Erhebung landesweit 533.657 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem Anteil von 6,74 Prozent an der Bevölkerung, 0,1 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Bundesweit betrug der Ausländeranteil Ende vergangenen Jahres 8,79 Prozent, 0,3 Prozentpunkte mehr als 2009.

Nach Schleswig-Holstein ist Niedersachsen das westdeutsche Bundesland mit dem niedrigsten Ausländeranteil. Den bundesweit höchsten Anteil an Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft haben die Stadtstaaten Berlin und Hamburg mit jeweils rund 13,5 und Bremen mit 12,4 Prozent. Die anteilig wenigsten Ausländer leben in den ostdeutschen Ländern Sachsen-Anhalt (1,8), Thüringen (2,1) und Mecklenburg-Vorpommern (2,4 Prozent).

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.