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Deutschland / Weltweit Adoption von Kindern: Giffey will mehr Rechte für leibliche Eltern
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Adoption von Kindern: Giffey will mehr Rechte für leibliche Eltern
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05:00 14.09.2019
Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Quelle: Christoph Soeder/dpa

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will die Adoptionshilfe in Deutschland reformieren. Unter anderem soll es künftig einen Rechtsanspruch auf die zeitlich unbegrenzte Begleitung aller an einer Adoption Beteiligten geben sowie eine verpflichtende Beratung aller Beteiligten durch eine Adoptionsvermittlungsstelle vor Ausspruch der Adoption bei Stiefkindadoptionen.

Das soll sicherstellen, dass die Adoption dem Wohl des Kindes dient, heißt es in einem Referentenentwurf des Ministerium, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Der Entwurf geht jetzt an Bundesländer und Verbände.

Ziel der reformierten Regelungen, heißt es im Entwurf, sei es, vor, bei und nach der Adoption zu unterstützen sowie einen offenen Umgang mit einer Adoption zu fördern. Dafür müsse es einen klaren Aufgabenkatalog für die Adoptionsvermittlungsstellen und eine verbesserte Kooperation der verschiedenen Fachdienste geben. Die Adoptionsvermittlungsstellen sollen dabei eine Lotsenfunktion übernehmen.

Rechte der Kinder sollen stärker in den Mittelpunkt

Um die Rechte der Kinder stärker in den Mittelpunkt zu rücken, drängt das Ministerium in seinem Entwurf auf eine altersgerechte Aufklärung der Kinder. Für das gegenseitige Vertrauen sei es entscheidend, die Adoptiveltern zu ermutigen und dabei zu unterstützen, offen mit dem Kind über die Adoption zu sprechen. Die Adoptionsvermittlungsstellen sollen deshalb zum 16. Geburtstag des Kindes die Adoptiveltern kontaktieren und darüber aufklären, wie wichtig es für Kinder sei, ihre Herkunft zu kennen.

Die verbesserte Adoptionshilfe sieht darüber hinaus vor, den Kontakt zwischen Herkunftsfamilie und Adoptivfamilie zu fördern. Die Herkunftseltern sollen künftig das Recht auf Informationen erhalten, die bei der Adoptionsvermittlungsstelle von den Adoptiveltern freiwillig für sie hinterlegt wurden. Das können beispielsweise Informationen über Kita- und Schulbesuch oder die Hobbies des Kindes sein.

Für Adoptionen von Kindern aus dem Ausland soll ein verpflichtendes Anerkennungsverfahren eingeführt werden. Unbegleitete Auslandsadoptionen sollen fortan nicht mehr möglich sein, heißt es im Referentenentwurf. Auslandsadoptionen dürfen dann nur durch eine zugelassene Adoptionsvermittlungsstelle vermittelt werden. Dies diene der Einhaltung von Schutzstandards und solle Kinderhandel ausschließen.

Verpflichtende Beratung vor Adoption von Stiefkindern

Das Bundesfamilienministerium hält es für zwingend erforderlich, auch die Adoption von Stiefkindern besser zu begleiten. So soll es eine verpflichtende Beratung vor Stiefkindadoptionen eingeführt werden. Die Adoptionsvermittlungsstelle muss bei der Beratung sicherstellen, dass die Adoption allein dem Kindeswohl dient und nicht aus anderen Motiven - beispielsweise zur Vermeidung von Sorge- und Umgangsrechtskonflikten oder zur Beendigung von gesetzlichen Unterhaltsverpflichtungen - beantragt wird.

Dafür sollen die Strukturen der Adoptionsvermittlungsstellen ausgebaut und verbessert werden. Sie werden dafür mit einem konkreten Aufgabenkatalog ausgestattet.

Die Zahl der Adoptionen hat sich auf etwa 4000 im Jahr eingepegelt. 2017 wurden 3888 Kinder adoptiert, 2016 waren es 3976.

Mehr zum Thema: Bald auch ohne Trauschein: Adoption von Stiefkindern künftig erlaubt

Von Thoralf Cleven/RND

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