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Deutschland / Weltweit Tausende haben keine Versichertenkarte
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00:15 04.01.2015
Von Marina Kormbaki
Obwohl sie Pflicht ist, haben Tausende Patienten noch keine Versichertenkarte. Quelle: dpa
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Hannover/Berlin

Bundesweit sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums derzeit etwa 1,4 Millionen gesetzlich Versicherte noch nicht mit der neuen Karte ausgestattet. Der Spitzenverband der Krankenkassen GVK rät daher allen Betroffenen, möglichst bald ein Lichtbild an ihre Krankenkasse zu schicken, damit diese schnell eine E-Card ausstellen kann. „Jeder, der sich jetzt noch meldet, kann zügig mit einer neuen Karte ausgestattet werden“, sagt Ann Marini, Sprecherin des GVK.
Marini betont, dass Ärzte nicht berechtigt seien, Patienten ohne E-Card wegzuschicken. „Es gibt klare Regelungen für den Umgang mit Patienten ohne gültige Karte“, sagt die GVK-Sprecherin. So können Versicherte innerhalb von zehn Tagen nach der Behandlung den Versichertenstatus nachweisen, indem sie ihre neue Karte oder aber ein Bestätigungsschreiben der Krankenkasse vorlegen.

Tun sie das nicht, kann der Arzt eine Privatrechnung ausstellen; die Summe wird bei entsprechendem Versicherungsnachweis bis zum Ende des Quartals zurückerstattet. Liegt bis dahin kein Nachweis vor, bleibt der Kranke auf den Kosten sitzen.

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Für die niedergelassenen Ärzte bedeutet dies in jedem Fall mehr Bürokratie. „Wir haben die Einführung der E-Card von Anfang an mit Skepsis betrachtet und werden auch die nächsten Wochen kritisch verfolgen“, sagt Roland Stahl von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Er sieht aber auch eine eigene Verantwortung der Patienten. „Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist nichts, das jetzt vom Himmel fällt.“

Bei knapp 70 Millionen gesetzlich krankenversicherten Bundesbürgern stellen die 1,4 Millionen Versicherten ohne E-Card zwar nur eine Minderheit. Allerdings warnt die Kassenärztliche Bundesvereinigung vor spürbaren Folgen: „Gerade zu Beginn der nächsten Woche, nach der Ferienzeit, werden die Praxen voll sein. Bürokratischer Mehraufwand am Empfang dürfte sich dann in längeren Wartezeiten niederschlagen“, sagt KBV-Sprecher Stahl.

Im Unterschied zur bisherigen Versichertenkarte hat die elektronische Gesundheitskarte ein Lichtbild des Versicherten auf der Vorderseite. Es soll Verwechslungen vorbeugen und Kartenmissbrauch eindämmen. Zudem ermöglicht die E-Card die Speicherung medizinischer Daten auf der Karte oder einem externen Server. Dies soll den Informationsaustausch zwischen Ärzten erleichtern und Doppeluntersuchungen vermeiden. Kritiker wie die Initiative „Stoppt die E-Card“ sehen darin einen tiefen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Silke Lüder, Sprecherin der Aktivisten, sieht in der Pflicht zur E-Card eine Schikane von Patienten und Ärzten.

01.01.2015
01.01.2015
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