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Deutschland / Weltweit Ärzte setzen Proteste aus
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18:08 14.09.2012
Foto: Bis zur nächsten Runde der Honorarverhandlungen haben die Ärzte ihre Streiks aufgeschoben.
Bis zur nächsten Runde der Honorarverhandlungen haben die Ärzte ihre Streiks aufgeschoben. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Berlin

Die Kassenärzte haben wegen neuer Aussichten auf ein Milliarden-Plus im kommenden Jahr angedrohte Proteste und Praxisschließungen ausgesetzt. Das Paket, über das verhandelt wird, habe ein Volumen von rund einer Milliarde Euro, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Freitag aus Verhandlungskreisen. Die Spitzenvertreter von Ärzten und Kassen verschoben die offizielle Schlussrunde der Honorarverhandlungen auf den 4. Oktober. Die freien Ärzteverbände, die zu Protesten aufgerufen hatten, setzten diese vorerst komplett aus.

Allerdings betonte der Sprecher der Allianz deutscher Ärzteverbände, Dirk Heinrich: „Die niedergelassenen Ärzte halten sich weiterhin bereit, notfalls ihre Praxen zu schließen.“ Ursprünglich war die letzte Verhandlungsrunde für diesen Samstag geplant - ohne zufriedenstellendes Ergebnis wollten Zehntausende Ärzte ab kommender Woche Praxen schließen und Termine später vergeben.

Doch informell verhandelten der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, und der Vizechef des Kassenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, weiter. Bisher war eine Honorarerhöhung von 270 Millionen Euro für kommendes Jahr Beschlusslage. Die KBV, die 3,5 Milliarden gefordert hatte, klagt dagegen vor Gericht. In der Schlussrunde sollten noch hunderte Millionen Euro dazukommen.

Nun werde über verschiedene Elemente mit einer Gesamthöhe von rund einer Milliarde Euro verhandelt, hieß es in Verhandlungskreisen. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag) verdreifachten die Kassen ihr Angebot auf 900 Millionen Euro. Offiziell wollten beide Seiten dazu nichts sagen. „Zu Spekulationen äußern wir uns nicht“, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl.

Bis zum nächsten Verhandlungstermin werde nicht protestiert, teilten die freien Verbände mit. Rund 38.000 Mediziner hatten in einer Umfrage ihre Bereitschaft zu Praxisschließungen ausgedrückt. Nun gibt es Bedenkzeit und Gelegenheit zur Klärung offener Punkte bis zum 4. Oktober. Dann soll das Ergebnis für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten stehen. „Die Gespräche auf Vorstandsebene der letzten Tage haben gezeigt, dass beide Seiten an einer Lösung interessiert sind“, teilten Ärzte und Kassen mit.

Die bisher beschlossene Erhöhung um 0,9 Prozent oder 270 Millionen Euro ergibt sich aus der leichten Anhebung eines bundesweiten Orientierungswerts, auf dessen Basis Kassenärztliche Vereinigungen und Kassen in den einzelnen Regionen die Preise für die ärztlichen Leistungen aushandeln. In der bundesweiten Schlussrunde soll es nun darum gehen, wie groß der Bedarf an Behandlungen eingeschätzt wird, die zu den Preisen bezahlt werden. Auch hierüber wird in den Regionen weiterverhandelt.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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