Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Al-Kaida-Chef: Mursi-Sturz ist „Verschwörung“
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Al-Kaida-Chef: Mursi-Sturz ist „Verschwörung“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:35 03.08.2013
In Ägypten kehrt keine Ruhe ein. Jetzt schürt eine Aussage des Al-Kaida-Chefs das Feuer wieder an. Quelle: dpa
Anzeige
Kairo

Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri hat in einer angeblich von ihm stammenden Audio-Botschaft den Sturz des islamistischen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi scharf kritisiert. „Kreuzfahrer, Säkulare und die amerikanisierte (ägyptische) Armee haben sich verabredet (...), um mit dem Geld der Golfstaaten und amerikanischem Intrigenspiel die Regierung von Mohammed Mursi zu stürzen“, hieß es in der Botschaft, die am späten Freitagabend in islamistischen Internet-Foren auftauchte.

Der Terrorchef, der aus Ägypten stammt und in Pakistan vermutet wird, bezeichnete den Sturz Mursis durch das ägyptische Militär als „besten Beweis für das Scheitern demokratischer Methoden bei der Schaffung einer islamischen Regierung“. Hinter der Entmachtung Mursis stehe das „Bestreben der Kreuzritter, im Süden von Ägypten einen (christlich-)koptischen Staat zu errichten.“

Anzeige

Die Echtheit der 14 Minuten langen Botschaft konnte zunächst nicht bestätigt werden. Tonfall und Diktion deuten aber darauf hin, dass sie vom ehemaligen Stellvertreter Osama bin Ladens stammt. Bin Laden war 2011 von den Amerikanern in Pakistan getötet worden. Al-Sawahiri folgte ihm an der Spitze des Terrornetzwerks Al-Kaida nach.

Mehrere westliche Länder schließen aus Angst vor Anschlägen der Al-Kaida und anderer Organisationen am Wochenende vorübergehend Botschaften. Die USA gaben am Freitag wegen erhöhter Terrorgefahr eine weltweite Reisewarnung heraus und kündigten an, 21 Botschaften und Konsulate in muslimischen Ländern von Mauretanien in Afrika bis ins asiatische Bangladesch am Sonntag nicht zu öffnen. Deutschland und Großbritannien schließen am Sonntag und Montag ihre Vertretungen im Jemen.

Experten meinen, dass die erhöhte Terrorgefahr mit dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte nächster Woche zusammenhänge. Das US-Institut SITE, das auf die Beobachtung dschihadistischer Quellen spezialisiert ist, brachte den Terroralarm mit einer früheren Botschaft Al-Sawahiris vom vergangenen Dienstag in Zusammenhang.

Der Al-Kaida-Chef hatte in diesem Audio-Dokument dazu aufgerufen, „Interessen der USA und ihrer Verbündeten“ weltweit anzugreifen. Dies diene der Vergeltung von amerikanischen Drohnenschlägen in Pakistan und im Jemen und richte sich insgesamt gegen das militärische Engagement der Amerikaner und ihrer Verbündeten in der muslimischen Welt.

dpa

Deutschland / Weltweit Amtseinführung von Präsident Ruhani - Hoffnung auf Wandel im Iran
03.08.2013
Deutschland / Weltweit Generalbundesanwalt schaltet sich ein - Mollath erhält Hilfe von höchster Stelle
03.08.2013
03.08.2013