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Deutschland / Weltweit Al Qaida und Taliban drohen Deutschland mit Anschlägen
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07:38 26.09.2009
Unmittelbar vor der Bundestagwahl haben das Terrornetzwerk Al Qaida und die radikal-islamischen Taliban Deutschland mit Anschlägen gedroht. Quelle: afp
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Das Bundesinnenministerium nimmt beide Drohungen sehr ernst. „Wir müssen derzeit von einer Echtheit ausgehen“, sagte ein Sprecher in Berlin.

Die in Arabisch gehaltene Al-Qaida-Ansprache, in der Bin Laden mit einem Standbild eingeblendet ist, ist knapp fünf Minuten lang und in Deutsch untertitelt. Darin werden unter anderem die Terroranschläge in Madrid und London gerechtfertigt. „Wenn ihr gesehen hättet, wie euer amerikanischer Verbündeter mit seinen Helfern Tausende Taliban in Containern versammelten, und zwar wie Sardinen, sie dann bis zum Tode einsperrten oder in Flüsse warfen, dann hättet ihr die blutigen Ereignisse von Madrid und London nachvollziehen können.“

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In dem wenig später im Internet veröffentlichten Terrorvideo droht ein deutschsprachiger Taliban-Kämpfer, der sich „Ajjub“ nennt, mit Anschlägen. Neben eingeblendeten Fotos vom Brandenburger Tor in Berlin, dem Hauptbahnhof in Hamburg, dem Münchner Oktoberfest, dem Kölner Dom und der Frankfurter Skyline werden nach Angaben des Innenministeriums auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) und sein Vorgänger Peter Struck (SPD) gezeigt.

Das auf einer bekannten dschihadistischen Internetseite erschienene Video ist nach Einschätzung deutscher Sicherheitsbehörden Teil einer gegen Deutschland gerichteten Propaganda-Kampagne des Terrornetzwerks Al Qaida. Innerhalb von zwei Wochen habe es damit sieben Terror-Verlautbarungen gegeben, sagte der Ministeriumssprecher. Dabei handle es sich immer um „abstrakte Drohungen gegen die Bundesrepublik“ sowie Aufrufe zur Radikalisierung. Doch ließen sich die Behörden davon „nicht in einen Zustand er Erregung versetzen“, fügte der Sprecher hinzu.

Spiegel Online“ zitiert derweil einen nicht näher benannten Sicherheitsbeamten, der die jüngste Taliban-Drohung als „das konkreteste Drohvideo“ bezeichnete, das sich je gegen Deutschland gerichtet habe. Es würden Orte für mögliche Anschläge gezeigt und der Verteidigungsminister „konkret als Zielperson eingeblendet“, sagte der Beamte. „Das gab es in dieser expliziten Form noch nie.“

Wörtlich heißt es in dem Video: „Erst durch euren Einsatz hier gegen den Islam wird ein Angriff auf Deutschland für uns Mudschaheddin verlockend.“ Es sei nur eine Frage der Zeit, bis „der Dschihad die deutschen Mauern einreißt“. Wer sich hinter dem Kampfnamen „Ajjub“ verbirgt, ist unklar. Bisher war nicht bekannt, dass die Taliban über deutsche oder deutschsprachige Rekruten verfügen.

Dass die Ansprache des deutschsprachigen Taliban-Kämpfers aktuell ist, ergibt sich laut „Spiegel Online“ daraus, dass er den von einem deutschen Offizier angeordneten Luftschlag gegen zwei von Taliban gekaperten Tanklastzügen bei Kundus anspricht. Indirekt fordert der Mann auf dem Video Rache für diese Aktion.

Die Ansprache von Bin Laden trägt den Titel „An die Völker Europas“. Der Chef des Terrornetzwerkes geht dabei von einem schnellen Rückzug der US-Truppen aus Afghanistan aus. „Bleiben werden dann nur noch wir und ihr.“ Indirekt spricht er Deutschland an und sagt: „So glückselig ist der, der aus Fehlern anderer eine Lehre zieht.“

ddp

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