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Deutschland / Weltweit Algeriens Präsident bewirbt sich um dritte Amtszeit
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09:05 08.04.2009
Staatschef Abdelaziz Bouteflika. Quelle: Pascal Guyot/afp
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Bei der Präsidentschaftswahl in Algerien deuten alle Zeichen auf eine Bestätigung von Staatschef Abdelaziz Bouteflika im Amt. Die Frage ist nicht, ob der 72-Jährige sein drittes Mandat erhält, sondern wie viele der 20,6 Millionen Wahlberechtigten er am Donnerstag mobilisieren kann. Der Präsident verspricht die Fortsetzung der "Politik der nationalen Versöhnung". Auch ein Konjunkturprogramm für neue Wohnungen und Arbeitsplätze hat er in Aussicht gestellt.

"Stimmt gegen uns, macht den Wahlzettel ungültig, aber geht wählen", rief Bouteflika den Menschen auf seiner Wahlkampftour durch 32 der 48 Départements des Landes immer wieder zu. Der Präsident wünscht sich nach eigenen Aussagen eine "überwältigende Mehrheit" für eine weitere fünfjährige Amtszeit, am liebsten höher als die Zustimmung von 85 Prozent im Jahr 2004. Auch wenn die Wahlbeteiligung von damals knapp 55 Prozent übertroffen werden sollte, wäre das ganz in seinem Sinn.

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Seinen Wahlkampf richtete Bouteflikas ganz auf Stabilität in dem nordafrikanischen Land aus. Dafür sagte er öffentliche Investitionen in Höhe von umgerechnet knapp 115 Milliarden Euro zu. Mit dem Geld will er unter anderem eine Million neue Wohnungen bauen lassen und zusätzlich drei Millionen Menschen in Lohn und Brot bringen. Mit der Politik der nationalen Versöhnung gelang es Bouteflika nach seinem ersten Wahlerfolg 1999, ein Jahrzehnt politisch motivierter Gewalt im Land weitgehend zu beenden.

Wegen ihrer geringen Aussichten auf Erfolg zogen bereits zwei der wichtigsten Oppositionsparteien, die laizistische Sammlungsbewegung für die Kultur und die Demokratie (RCD) und die Front der Sozialistischen Kräfte (FFS), ihre Kandidaten zurück. Auch der den Islamisten nahe stehende Kandidat Abdellah Djaballah, der 2004 auf gut fünf Prozent der Stimmen kam, will nicht mehr antreten. Sie alle kritisieren, dass das Ergebnis der Präsidentschaftswahl ohnehin bereits feststehe. Im Rennen verblieben sind fünf Gegenkandidaten, unter ihnen Louisa Hanoune von der linksgerichteten Arbeiterpartei (PT). Gegen Bouteflika und seine Nationale Befreiungsfront (FLN) haben sie aber kaum eine Chance.

Um eine offene und freie Wahl zu gewährleisten, lud Bouteflika ausländische Wahlbeobachter der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union, der Arabischen Liga und der Organisation der Islamischen Konferenz ins Land. 160.000 Polizisten sollen den Urnengang absichern.

afp